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Stadtentwicklung Schubert-Villa wird abgerissen

Die Stadt lässt den Abbruch des denkmalgeschützten Hauses des früheren Ehrenbürgers Bruno H. Schubert zu. Auf dem weitläufigen Grundstück in Sachsenhausen will der Immobilien-Unternehmer Daniel Hopp hochwertige Stadtvillen errichten lassen.

Eingang zur ehemaligen Villa von Bruno H. Schubert im Wendelsweg. Foto: Christoph Boeckheler

Ein Kapitel Frankfurter Stadtgeschichte wird abgeschlossen: Die denkmalgeschützte Sachsenhäuser Villa des früheren Frankfurter Ehrenbürgers Bruno H. Schubert soll abgerissen werden. Die Stadt hat dafür die Erlaubnis erteilt, „im Abwägungsprozess unterschiedlicher öffentlicher und privater Interessen“. In dem eleganten, weitläufigen Haus der Nachkriegs-Moderne aus dem Jahr 1956 auf dem Grundstück Wendelsweg 70 hatte der wegen seines Lebenswandels umstrittene Unternehmer über Jahrzehnte rauschende Feste gefeiert.

Zahllose Prominente aus Politik, Wirtschaft und Kultur hatten sich hier getroffen, vom früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher (FDP) bis hin zur ehemaligen Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU). Der 2010 gestorbene Schubert war der frühere Besitzer der Henninger-Brauerei und hatte sich in der Villa lebenslanges Wohnrecht zusichern lassen.

Heute gehört das Grundstück samt angrenzendem großen Park dem Immobilien-Unternehmer Daniel Hopp, der gerade das angrenzende Gelände der früheren Henninger Brauerei mit Wohnungen und Büros bebauen lässt. Der Multimillionär Hopp möchte in dem Park, der zur ehemaligen Villa von Bruno H.Schubert gehört, hochwertige Stadtvillen errichten lassen. Der Park ist ein geschütztes Naturdenkmal. Die geplante Bebauung sei deshalb „mit der Denkmalbehörde abgestimmt“, sagt Mark Gellert, der Sprecher von Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne).

Initiative protestiert

Anwohner des Henninger-Geländes, die sich in einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen haben, protestieren bei Bürgermeister Cunitz gegen den geplanten Abriss der leerstehenden Schubert-Villa. Er sei „ein unrühmlicher Schlusspunkt in einer Kette von Entscheidungen zuungunsten dieses Frankfurter Kulturgutes“, heißt es in einem Brief der Initiative an Cunitz.

In den zurückliegenden Jahren habe die Stadt „durch Unterlassung jeglicher Pflege“ die Verwahrlosung des Schubert-Grundstücks geduldet. Tatsächlich seien die Empfänge des Ehrenbürgers Schubert „als außergewöhnliche Tradition in Frankfurt anzusehen.“

Die Initiative zitiert aus einem Brief des städtischen Denkmalamtes, das auf eine Anfrage der Bürger antwortet. Danach ist der Abbruch der alten Schubert-Villa gestattet worden, um den umgebenden Park zu stärken. Ein „Parkpflegewerk“ soll in den nächsten Jahren „behutsam umgesetzt“ werden.

Wie der Sprecher der Initiative, Thomas Hallstein, an den Bürgermeister schreibt, habe Investor Hopp seinerzeit bei einem Treffen mit den Anwohnern den Erhalt der Schubert-Villa zugesichert. Die Leiterin des Denkmalamtes, Andrea Hampel, betonte dagegen, die Villa werde „zugunsten einer qualitätsvollen Parkgestaltung“ abgerissen.

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