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Sportgelände Riedberg Feldhamster behindert Sportanlage

Zwölf Feldhamster-Familien behindern den Bau eine Sportanlage mit 400-Meter-Bahn, Groß- und Kleinspielfeld, Funktionsgebäude mit Umkleiden und Duschen sowie 42 Parkplätzen.

Ein Feldhamster. Foto: AG Feldhamsterschutz

Es ist das Tier des Jahres, steht unter Naturschutz – und beeinträchtigt die Planungen für ein Sportgelände auf dem Riedberg. Die Rede ist vom Feldhamster. Zwölf Familien haben sich auf dem Areal östlich der Altenhöferallee angesiedelt. Dort, wo die Stadt ein Domizil für Leichtathleten und Ballsportler errichten möchte.

Vorgesehen sind etwa eine 400-Meter-Bahn, ein Groß- und Kleinspielfeld, ein Funktionsgebäude mit Umkleiden und Duschen sowie 42 Parkplätze. Darauf hatten sich Schulen und Kitas, Vereine und Stadtteilpolitiker, das Sportamt und die Hessen-Agentur in zwei Planungswerkstätten verständigt. Der zuständige Ortsbeirat 12 bat den Magistrat im November, Mittel im Haushalt 2017 bereitzustellen – mehr als vier Millionen Euro sind veranschlagt.

Bereits zu diesem Zeitpunkt war allen Beteiligten klar, dass der Hamster sich durch die Erde wühlt. Dennoch gab es zuletzt viel Verwirrung um das 22.500-Quadratmeter-Areal. Grund ist der Magistratsvortrag M56. Darin heißt es: „Die Stadtverordnetenversammlung hat zu gegebener Zeit darüber zu entscheiden, ob die Entwicklungsziele (13. Kita und Sportflächenerweiterung) unter Umständen wegen fehlendem Bedarf bzw. Unmöglichkeit der Ausführung aufgegeben werden.“

Vertreter von Vereinen, Schulen und dem Stadtteilarbeitskreis trafen sich daraufhin zu einem Klärungsgespräch. Sie schickten auch Briefe ans Planungs- und Sportdezernat. Denn bislang gibt es im Neubaugebiet, in dem künftig 15.000 Menschen leben sollen, nur eine Sportanlage: das Vereinsgelände des SC Riedberg. Doch das Areal westlich der Altenhöferallee kann den hohen Bedarf nicht abdecken. Zeitweise bis zu zehn Mannschaften trainieren auf dem Kunstrasenplatz gleichzeitig.

Hoher Druck vor Ort

Der Druck ist also groß. Auch deshalb hat der Ortsbeirat 12 die Sporterweiterungsfläche in seiner konstituierenden Sitzung abermals zum Thema gemacht. Einstimmig verabschiedete das Gremium am Freitagabend einen Antrag von CDU und SPD. Der Riedberg brauche das Areal dringend, sagte CDU-Fraktionschef Stefan Müller.

Ins gleiche Horn stießen Anwohner. „Der Stadtteilarbeitskreis wünscht sich, dass die Sportfläche östlich der Altenhöferallee unbedingt kommt“, sagte Franz Biebl, Sprecher des Zusammenschlusses von mehr als 30 Institutionen. Der Sportplatz sei auch für Kindergärten und Schulen wichtig, ergänzte die Vorsitzende des Riedberger SV, Gabriele Nagel. Nach der Sitzung startete sie eine Online-Petition zugunsten der Sporterweiterungsfläche.

Die Stadt gestand zwar Fehler ein, stellte den Bedarf der Sportstätte aber nicht in Frage. Im Frühjahr und im Sommer würden die Feldhamster abermals gezählt. „Wenn wir nichts mehr finden, legen wir sofort los“, sagte Tobias Vogel vom Stadtplanungsamt. „Wenn wir welche finden, müssen wir uns komplexere Gedanken machen.“

Auf Antrag der SPD bittet der Ortsbeirat darum zu prüfen, ob eine Umsiedlung der Feldhamster möglich ist. Doch das gestaltet sich schwierig: „Das Tier darf man noch nicht mal anfassen“, sagte Planungsamt-Mitarbeiter Thomas Berge. Auch deshalb möchten die Ortspolitiker, dass der Magistrat vorsorglich nach einem alternativen Grundstück auf dem Riedberg sucht. „Es gibt erstmal nur die Sporterweiterungsfläche und keine anderen Flächen“, sagte Vogel dazu. Er sei optimistisch, dass die Anlage tatsächlich realisiert werden könne.

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