Lade Inhalte...

SPD in Frankfurt Oliver Strank sorgt für Überraschung

Ein Außenseiter gewinnt die Bundestagskandidatur im Wahlkreis 182: Oliver Strank siegt knapp gegen den Favoriten Ansgar Dittmar.

Oliver Strank hat mit acht Stimmen Vorsprung gegen den Favoriten Ansgar Dittmar gewonnen. Foto: peter-juelich.com

Eine faustdicke Überraschung gab es bei der Frankfurter SPD am Samstag. Mit dem 37-jährigen Rechtsanwalt Oliver Strank setzte sich der Außenseiter im Kampf um die Bundestagskandidatur im Wahlkreis 182 (westliche Stadtteile) durch. Strank gewann knapp mit 79 zu 71 Stimmen gegen den Rechtsanwalt Ansgar Dittmar. Dieser hatte als Bundesvorsitzender der Schwulen und Lesben in der SPD und als Chef der Frankfurter AWO als Favorit gegolten.

Doch Strank überzeugte die knappe Mehrheit der 150 Delegierten im alten Stadtwerke-Casino am Börneplatz durch eine persönliche und emotional bewegende Rede. Der Ortsvorsteher des Ortsbezirks 1 (Bahnhof, Gallus, Gutleut, Innenstadt) präsentierte sich als Sohn von Eltern als sehr einfachen Verhältnissen, der im festen Glauben an das „Aufstiegsversprechen“ durch Bildung aufgewachsen sei. Genau dieser Glaube drohe heute bei vielen Menschen „wie eine Seifenblase zu zerplatzen“, ein Grund für die Erfolge des Rechtspopulismus.

Erfahrung an der Basis

Strank verwies auf seine Erfahrung an der Basis im sozial schwierigen Ortsbezirk 1. Der Kampf gegen das Freihandelsabkommen TTIP sei genauso wichtig wie Toiletten am Mainufer. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland komme nur bei wenigen an.

Dittmar forderte „Haltung in schwierigen Zeiten“ und wollte den Einzug der Rechtspopulisten in den Bundestag verhindern. Er setzte sich für einen höheren Mindestlohn ein. „Mit 8,50 Euro pro Stunde kann man in einer Stadt wie Frankfurt nicht leben.“ Dittmars Rede wirkte jedoch insgesamt glatter als die seines Kontrahenten.

Für Oliver Strank sprach sich unter anderem der sehr einflussreiche frühere SPD-Fraktionsvorsitzende im Römer und heutige Verkehrsdezernent Klaus Oesterling aus. Er würdigte Stranks Verdienste im Kampf gegen TTIP und Ceta: „Beide Abkommen sind falsch.“

Für Dittmar machte sich der 86-jährige Parteiveteran und frühere Stadtverordnetenvorsteher Hans Busch stark. Der AWO-Vorsitzende habe sich immer den sozial Schwachen gewidmet, sagte Busch.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen