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„Sky-Run“ Stufenweise zum Himmel

1202 Stufen bis ins 61. Stockwerk: der „Sky-Run“ im Messeturm. Mit 1236 Treppenläufern gibt es in diesem Jahr wieder einen Teilnehmerrekord zu vermelden.

11. SkyRun MesseTurm Frankfurt, Frankfurt
Erschwert: Feuerwehrteams mussten mit Atemschutz und Ausrüstung hochrennen. Foto: Michael Schick

Nur kurz geht es geradeaus, dann steil bergauf. Beim elften „Sky-Run“ starten die Treppenläufer am Sonntag in kurzen Sekundenabständen mit dem Ziel an der Spitze des Messeturms. Die ersten Meter absolvieren die Läufer über einen grauen Teppich vor dem Turm. Angefeuert von Zuschauern und Cheerleadern, verschwinden sie kurz darauf durch einen Seiteneingang im schmalen Treppenhaus des 257 Meter hohen Frankfurter Wahrzeichens. Nicht einmal sechseinhalb Minuten später erreichen die Schnellsten das schmucklose 61. Stockwerk, knapp unter der Spitze des Turms. 1202 Stufen liegen hinter ihnen. Der Lastenaufzug, der die Presse-Karawane hinaufbefördert und die Läufer später wieder hinunter, benötigt etwa zweieinhalb Minuten.

Mit 1236 Treppenläufern gibt es in diesem Jahr wieder einen Teilnehmerrekord zu vermelden. Damit wurde der Vorjahresrekord mit rund 100 Läufern weniger getoppt. Bei den Einzelathleten sammeln die Besten Punkte für den „Towerrunning World Cup“. Deutsche Meister werden auch ermittelt. Die sogenannten „Multi-Climber“ laufen gleich mehrmals. Der Frankfurter Michael Herms schafft mit zwölf Aufstiegen die meisten Wiederholungen. Daneben gehen Firmenteams sowie 162 Feuerwehr-Mannschaften an den Start. Einige von ihnen steigen mit Atemschutzmasken und kompletter Ausrüstung den Turm hinauf.

Auch ohne Ausrüstung ist es für einen Spitzen-Läufer wie Christian Riedl anstrengend, die 222 Höhenmeter zu überwinden. Der Rekordhalter aus dem Vorjahr, mit 6:25 Minuten, braucht in diesem Jahr 17 Sekunden länger. Mit pumpendem Brustkorb muss er sich zunächst auf den Fußboden setzen, ehe er wieder zu Kräften und Worten findet: „Die erste Minute danach ist schlimm, dann geht’s wieder“, berichtet er. Der Erlanger kämpft, ebenso wie Cordula Galster, um die Deutsche Meisterschaft.

Die 42-Jährige hat diese im Vorjahr in ihrer Altersklasse gewonnen, wie sie berichtet. Zum Trainieren nutzt Cordula Galster das Treppenhaus zu ihrer Wohnung im Europaviertel, das mit zwei Tiefgaragen insgesamt neun Stockwerke habe. „Ich liebe Hochhäuser“, sagt die gebürtige Stuttgarterin, die nach einem Sehnenanriss im Oberschenkel vom Marathon aufs Treppenlaufen umsteigen musste. Das Training hat sich gelohnt: In diesem Jahr wurde Galster mit einer Zeit von zehn Minuten Dritte in ihrer Altersklasse. 

Techniken für den Weg nach oben gibt es verschiedene: „Einige nehmen die Arme mit und ziehen sich am Geländer hoch“, sagt Corinna Pasche-Colloseus. So macht es die Eschbornerin, die erstmals dabei ist. Sie nennt die vertikale Sportart „schnelles Wandern gegen den inneren Schweinehund“. Bei den beiden Trainingstagen im Turm in den Wochen zuvor konnte sie sich schon auf die Bedingungen einstimmen. „In diesem Turm ist die Luft extrem trocken“, berichtet sie: „Man hat das Gefühl, die Bronchien machen dicht“.

Neben der körperlichen Ertüchtigung geht es ihr vor allem darum, etwas für die „gute Sache“ zu tun. Mit den Anmeldegebühren sowie durch Spenden wird die Arbeitsgemeinschaft für Querschnittsgelähmte (Arque) unterstützt. Knapp 50 000 Euro für die Arque kommen am Ende zusammen.

Sieger bei den Herren wurde Piotr Lobodzinski aus Polen in einer Zeit von 6:30 Minuten. Bei den Damen gewann Zuzana Krchová aus Tschechien (8:11 Minuten).

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