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Silvesterlauf Teilnehmerrekord beim Frankfurter Silvesterlauf

Frühlingshafte Temperaturen verhelfen dem traditionellen Silvesterlauf im Frankfurter Stadtwald zu einem neuen Teilnehmerrekord.

Silvesterlauf
Beim Silvesterlauf im Frankfurter Stadtwald herrschten fast schon frühlingshafte 13 Grad. Foto: Rolf Oeser

Kurz oder lang, das ist hier die Frage. Im vergangenen Jahr lag beim Silvesterlauf Schnee, aber diesmal kommen rund um die Wintersporthalle eher Frühlingsgefühle auf. 13 Grad zeigt das Thermometer, auch wenn die ein oder andere Böe recht zugig ist. René startet trotzdem in kurzer Hose und kurzem Shirt, einfach, weil er es immer macht. „Ich laufe auch bei drei Grad im T-Shirt.“ Zwei junge Männer hingegen tragen lange Hosen und Jacken. Pau Martinez und Victor Huarte sind aus ihrer Heimat Valencia aber auch andere Temperaturen gewöhnt. Die beiden Spanier sind zum Jahreswechsel für fünf Tage in Frankfurt. „Wir haben uns im Internet informiert, was man hier über Silvester so machen kann, da sind wir auf den Lauf gestoßen, und wir lieben laufen“, sagt Pau.

Deutsch sprechen die beiden 22-Jährigen nicht, den Hinweis von Organisator Thomas Rautenberg, der kurz vor dem Start noch gemahnt, man müsse „im Zweifel weniger anziehen, als man denkt“, bekommen sie nicht mit. Rautenberg erinnert sich, dass es „vor 27 oder 28 Jahren“ mal ähnlich warm an Silvester war. Neben ihm steht ein Mann in Windjacke und blauer Mütze, und der Mann ist Wettkämpfe bei anderen Temperaturen gewohnt: Im Oktober hat Patrick Lange den Ironman auf Hawaii gewonnen, traditionell eine Hitzeschlacht. Den 39. Silvesterlauf will er nicht gewinnen. Er sei vor zwei Wochen erkältet gewesen und wolle daher langsam machen. „Ich reihe mich in der Gruppe mit der Zielzeit 39:59 Minuten ein“, sagt er.

Die Gruppe ist ziemlich groß, weil an diesem Tag alle Laufgruppen ziemlich groß sind. 2285 Läufer gehen letztlich an den Start, so viele wie nie zuvor. „Wir hatten ungewöhnliche viele Nachmeldungen“, sagt Rautenberg und führt die große Resonanz auf die milden Temperaturen und die Tatsache zurück, dass Silvester diesmal auf einen Sonntag fällt und daher keine Einkäufe mehr erledigt werden können und müssen.

Unabhängig von Wetter und Wochentag ist der Lauftreff Qualmsocke seit seiner Gründung vor 30 Jahren jedes Jahr beim Silvesterlauf dabei. „Wir lassen hier immer das Jahr gemeinsam ausklingen“, sagt Gründungsmitglied Joachim Reisener. In der Wintersporthalle gibt es dann noch ein gemeinsames Picknick, jeder bringt was zu Essen mit. Reisener und ein paar andere seines Lauftreffs, die nicht selbst an den Start gegangen sind, haben sich bei Kilometer 6,6 in einer scharfen Kurve postiert und applaudieren den rund 20 mitlaufenden Qualmsocken aus dem Rhein-Main-Gebiet. Die Applauskurve nahe der Unterführung der Flughafenstraße kommt bei den Kiebitzen gut an, ist sie doch nur einige Meter vom Ziel entfernt. Der markante Punkt ist erstmals im Programm, denn die Streckenführung durch den Stadtwald musste wegen einer Baustelle an der S-Bahnstation Gateway Gardens geändert werden.

Die Qualmsocken feuern noch ihre Schützlinge an, da sind die ersten schon im Ziel. Bei den Männern gewinnt Aaron Bienenfeld, bei den Frauen Lisa Oed. Beide Sieger tragen übrigens kurze Hosen. Ironman Patrick Lange, im Vorjahr noch Zweiter, läuft nach gut 40 Minuten ein und hat damit mehr als 100 Männern und acht Frauen den Vortritt gelassen, die an diesem milden Silvestertag unter der 40-Minuten-Marke bleiben.

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