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Silvesterlauf 300 Meter früher am Ziel

Bei eisigen Temperaturen startete am Samstag der Silvesterlauf im Stadtwald. Von einer kleinen Panne ließen sich die Athleten nicht beeindrucken.

Drei, zwei, eins, abgehärtet: Starter des Spiridon-Silvesterlaufes. Foto: Monika Müller

Über Nacht hat sich der Stadtwald in eine weiße Winterlandschaft verwandelt. Davon aber lassen sich viele Sportler am Samstagmittag nicht abhalten, am 38. Silvesterlauf des Frankfurter Lauf- und Triathlonvereins Spiridon teilzunehmen.

Um kurz vor 12 Uhr eilen einige verspätete Läufer zum Startpunkt an der Wintersporthalle neben dem Waldstadion – für sie beginnt der Dauerlauf schon vor dem Startschuss. Allerdings wird eine Viertelstunde vergehen, bis alle 2031 Läufer gestartet sind. Je nach Niveau sind sie in durch gelbe Luftballons markierte Gruppen eingeteilt.

Bei eisigen Temperaturen halten sich einige Wartenden warm, indem sie auf der Stelle hüpfen. Klaus Grätz hingegen steht in kurzer Hose und mit blauer Regenjacke bekleidet mit seiner Frau in der letzten Startergruppe, als die schnellsten Läufer schon längst unterwegs sind. „Ich friere nur oben“, sagt der 52-Jährige. „Einmal im Jahr, eine Stunde durch den Stadtwald“, das macht der Eschersheimer kurz vor dem Jahreswechsel schon zum siebten oder achten Mal. Seine Frau ist zum zweiten Mal dabei.

In die kurze Unterhaltung fällt der Startschuss. Zur Einlaufmusik von Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt geht es für die letzten Läufer auf die zehn Kilometer lange Strecke durch den weiß gepuderten Wald, nachdem am Vormittag bereits die Schüler über zwei und vier Kilometer unterwegs waren. Ein Läufer des Veranstalters mit rotem Ballon am Handgelenk bildet das Schlusslicht.

Spitzengruppe auf der falschen Fährte

Mit Rasseln und Klatschpappe stehen Sabine Bergmann, ihre Schwiegermutter und eine Freundin aus Kelsterbach am Streckenanfang und machen Lärm für die Sportler. Bergmann unterstützt ihren Mann, einen Triathleten, sowie die beiden Töchter und den Schwiegersohn. „Wir machen Stimmung für jeden, der ins Ziel einläuft“, verspricht sie. Und bis dahin ist es gar nicht mehr so lange: Die elektronische Zeittafel steht bei 15 Minuten und einigen Sekunden, mit den Schnellsten ist in einer guten Viertelstunde zu rechnen.

Im umfunktionierten Reisebus der Rennleitung, direkt am Start- und Zielpunkt, ist es hektisch: Einer der 80 Helfer hat die Spitzengruppe auf die falsche Fährte geschickt. Sieben Läufer sollen „auf Höhe Friedhof Goldstein“ falsch geleitet worden sein, gibt eine Stimme über Funk durch.

Rennleiter Thomas Rautenberg, der den aktuellen Rennverlauf per Mikrofon an die Zuschauer weiterleitet, wirkt angespannt. „Es sind alle 300 Meter weniger gelaufen“, muss der Spiridon-Vorsitzende am Ende berichten. Das Rennen sei somit nicht „bestenlistenfähig“. Wie das Missgeschick passieren konnte, ist Rautenberg rätselhaft. Das sei noch nie passiert. „Reichlich schade“, findet er es.

Patrick Lange aus Darmstadt, im alten Jahr Überraschungs-Dritter beim Ironman auf Hawaii, nimmt es gelassen und freut sich über seinen zweiten Platz bei „starker Konkurrenz“. Außer ihm erreichen 2024 Läufer das Ziel.

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