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Silvester in Frankfurt Knallerei rund um die Sicherheitszone

Im eigentlichen Partybereich in Frankfurt bleibt es an Silvester ruhig und eher leer. Besonders viel gezündelt wird auf dem Römerberg.

Jahreswechsel
Auch auf der Alten Brücke am östlichen Ende der Sicherheitszone wurden viele Böller geworfen. Foto: Rolf Oeser

Auf dem Eisernen Steg leuchten Hunderte von Handys. Die Menschen dort haben teilweise lange ausgeharrt, um einen Logenplatz für das farbenfrohe Silvesterfeuerwerk zu haben. Spätestens um Mitternacht wissen sie, dass sich das Warten gelohnt hat. Es sind tolle Bilder, die das Wetter bei klarer Sicht und milden Temperaturen ermöglicht.

Für ein Dutzend Polizeibeamte beginnt der Jahreswechsel aber mit einer Blaulichtfahrt an den Mainkai. Denn obwohl in der eigens eingerichteten Sicherheitszone nicht viel los ist, haben es nicht alle rechtzeitig an den Main geschafft. Etwa 40 bis 50 Personen versuchen die Absperrung zu durchbrechen. Da die Polizei nicht weiß, zu welchem Zweck, werden sie festgesetzt und die Personalien überprüft. Die Polizei hat immer wieder kleinere Einsätze, vor allem außerhalb der Sicherheitszone.

Auf der Zeil ist schon um 22 Uhr jede Menge los. Eine Leuchtrakete wird als Querschläger abgeschossen und landet an der Glasfassade der Galeria Kaufhof. „Hurensohn“, brüllt jemand.

Auch Frankfurts Polizeivizepräsident Walter Seubert ist in der Innenstadt unterwegs. Er hat sich selbst ein Bild gemacht von den Kontrollen im Sicherheitsbereich und von der allgemeinen Lage. „Es ist alles ruhig“, sagt Seubert, während rundherum die Böller krachen.

Besonders viel gezündelt wird auf dem Römerberg. Da in der südlich gelegenen Sicherheitszone kein Feuerwerk abgebrannt werden darf, ist pyrotechnisch an den Rändern der Zone besonders viel los. Die Polizei bittet vier Jugendliche zu einem klärenden Gespräch an eine Häuserwand, nachdem sie Böller absichtlich in die Menge geschmissen hatten. „Wir haben euch zweimal ermahnt“, sagt einer der Beamten. Die Taschen müssen geleert, weitere Böller abgegeben werden. Ein Mitarbeiter der Alten Limpurg holt vorsorglich einen großen Mülleimer aus dem Außenbereich, immer wieder knallt es, der Römerberg gleicht einem Truppenübungsplatz. Die Polizei macht eine Durchsage. „Das absichtliche Beschießen mit Raketen und Werfen mit Böllern ist verboten.“ Es ist 22.30 Uhr.

Vor der Alten Limpurg lassen sich zwei Pärchen Glühwein schmecken. Armin Six ist mit seiner Frau aus Marburg angereist, um sich das Feuerwerk später anzuschauen. „Bei uns lag die Regenwahrscheinlichkeit bei 90 Prozent, in Frankfurt nur bei fünf“, gibt er einen ganz praktischen Grund für den Ausflug mit Hotelübernachtung an. Das andere Pärchen stammt aus dem Sauerland, es hat die Marburger zuvor in einem Restaurant am Römer kennengelernt. Dort sei es sehr international zugegangen. „Wir saßen mit Leuten aus New York, Kanada und Mailand an einem Tisch“, sagt Six.

In der gesamten Innenstadt sind die Menschen unterwegs. Ein etwas bizarres Bild zeigt sich vor dem Schauspiel. Im gläsernen Foyer im ersten Stock sitzen Festgäste an weiß eingedeckten Tischen wie im Schaufenster, unten auf der Straße sitzen junge Menschen auf den Treppenstufen vor dem Euro-Symbol und trinken Flaschenbier. Am Mainufer wird derweil schon heftig gezündelt. Eine Gruppe von Pyrofreunden hat sich auf der Nordseite des Holbeinstegs versammelt und brennt eine Raketenbatterie nach der anderen ab.

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