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Silvester in Frankfurt Der erfundene Sexmob

Die "Bild" schreibt von Übergriffen auf der Frankfurter Freßgass an Silvester und zitiert eine Zeugin, die sich zum Zeitpunkt möglicherweise nicht in Deutschland aufgehalten hat. Der Frau droht nun eine Anklage.

Der Jahreswechsel am Eisernen Steg. Foto: Rolf Oeser

Im Zusammenhang mit den mutmaßlichen Übergriffen in der Silvesternacht auf der Frankfurter Freßgass ermittelt die Frankfurter Polizei  nun offenbar gegen den Szenewirt Jan Mai und die Zeugin Irina A. wegen Vortäuschung einer Straftat. Nach Informationen der Frankfurter Rundschau soll ein mittlerweile gelöschter Eintrag von Irina A. in einem sozialen Netzwerk nahelegen, dass sie sich zu Silvester gar nicht in Deutschland aufgehalten hat.

Am Dienstagvormittag bestätigte die Polizei die Informationen der FR in einer Pressemitteilung: „Die Vernehmungen der genannten Zeugen, Gäste und Mitarbeiter, ergaben erhebliche Zweifel an den dargestellten Schilderungen, so war eine von den Handlungen angeblich betroffene Person zum Tatzeitpunkt nach dem derzeitigen Ermittlungsstand gar nicht in der Stadt.“

Das Fazit der Polizei fällt entsprechend eindeutig aus: „ In der Silvesternacht gab es in der „Freßgass (Kalbächer Gasse) keine massiven mobartigen Übergriffe durch Massen an Flüchtlingen. Die in den Raum gestellten Vorwürfe sind  haltlos und entbehren jeder Grundlage.“

Irina A. war von der Lokalausgabe der Bild-Zeitung am 6. Februar als Zeugin für angebliche sexualisierte Übergriffe durch mutmaßlich arabische Männer in der von Jan Mai betriebenen First In-Bar präsentiert worden. In dem Bericht wurde sie mit der Aussage zitiert, dass ihr zwischen die Beine und unter den Rock gegriffen worden sei. Mai wiederum hatte berichtet, dass in seiner Bar Gäste von einer Gruppe von 50 Männern bestohlen und belästigt worden seien. Auch in der ebenfalls von Mai betriebenen Gaststätte Garibaldi soll es zu Randale gekommen sein. Der Wirt der Victory-Bar war am selben Abend bei Ausschreitungen verletzt worden.

Die Bild-Zeitung hatte nahegelegt, dass diese Geschehnisse im Zusammenhang mit der Anreise von angeblich 900 alkoholisierten Flüchtlingen aus Mittelhessen gestanden hätten. Die Überschrift der Zeitung lautete: „Sex-Mob tobte in der Freßgass“. Bei der Frankfurter Polizei hatten diese Berichte Verwunderung hervorgerufen. Bis zum Erscheinen des Bild-Artikels waren dem Polizeipräsidium keine Anzeigen wegen sexueller Übergriffe aus dem Bereich der Freßgass bekannt gewesen.

Im Gespräch mit der FR hält Jan Mai derweil an seiner Schilderung der Vorkommnisse fest. Er habe auch gegenüber der Bild-Zeitung nicht behauptet, dass ein „Sex-Mob“ durch die Freßgass gezogen sei. Ein ausführlicher Bericht folgt.

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