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Sicherheitskonzept Polizei rüstet im Bahnhofsviertel auf

1. Update Die Polizei verstärkt mit einer neuen Einheit ihren Kampf gegen Drogen- und Straßenkriminalität im Frankfurter Bahnhofsviertel.

Hauptbahnhof
Die Gegend rund um den Hauptbahnhof gilt seit Jahren als Kriminalitätsschwerpunkt. Foto: Peter Juelich

Monatelang sorgten sich die Anwohner um die zukünftige Sicherheit im Frankfurter Bahnhofsviertel. Jetzt hat die hessische Polizei ihr Versprechen eingelöst und Details zu einer festen Einheit im Viertel präsentiert. Dafür war Innenminister Peter Beuth (CDU) am Mittwoch nach Frankfurt gekommen. „Wir werden weiter erheblichen Druck auf die kriminelle Szene ausüben“, versprach er.

Die neue Einheit mit dem etwas sperrigen Namen „Regionale Einsatz- und Ermittlungsgruppe“ (REE) soll 124 Beamte umfassen und ist laut Beuth somit die hessenweit größte operative Dienststelle. Das Personal wird an anderen Stellen abgezogen. So sollen 15 Beamte der Bereitschaftspolizei in die neue Einheit wechseln, weitere Ressourcen werden durch Umstrukturierungen innerhalb des Frankfurter Polizeipräsidiums frei.

Abgezogen werden die Beamten aber nicht bei dem für das Bahnhofsviertel zuständigen 4. Revier. Dort sollen vielmehr noch weitere fünf Planstellen geschaffen werden, so dass auch im Revier künftig pro Schicht noch ein weiterer Streifenwagen im Einsatz ist. Mit den dann 121 Beamten des 4. Reviers sollen künftig also 245 Polizisten für das Bahnhofsviertel zuständig sein. Dazu sollen noch etwa 30 Beamte der Bereitschaftspolizei die REE je nach Lage drei bis vier Mal pro Woche bei Razzien unterstützen.

Landespolizeipräsident Udo Münch versprach, dass die Einheit am 1. Oktober ihren Dienst aufnehmen und die Besondere Aufbauorganisation (BAO) ablösen wird. 79 Beamte, die zuvor schon in der BAO tätig waren, sollen nun in der REE den Kampf gegen die Drogenkriminalität fortführen. Das Einsatzgebiet der REE soll dabei laut Münch ganz bewusst nicht an den Grenzen des Bahnhofsviertels enden. So sind die Beamten auch für die Taunusanlage zuständig. „Damit sollen bewusst auch Verdrängungseffekte bekämpft werden.“

Dienstsitz der neuen Einheit wird das Behördenzentrum im Gutleutviertel, direkt gegenüber dem 4. Polizeirevier. Dort soll die Einheit ab 1. Oktober 20 Räume beziehen können, in denen allerdings nur 16 Mitglieder der Ermittlungsgruppe Platz finden. Die Einheit komplett im Bahnhofsviertel unterzubringen sei schlicht an der Raumproblematik gescheitert. Der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill betonte jedoch, die Raumfrage sei nachrangig, wichtiger sei die Unterstellung. Denn die REE wird nicht dem Polizeipräsidium, sondern der Direktion 100 unterstellt sein, in der die innenstadtnahen Reviere 1, 2, 3, 4 und 13 zusamengefasst sind.

Es ist das erste Mal in der Geschichte der hessischen Polizei, dass eine BAO in eine dauerhafte Sondereinheit mündet. Beuth verwies darauf, dass bislang 96 Prozent des Personals im Bahnhofsviertel von der hessischen Polizei gekommen seien. „Jetzt müssen auch alle anderen Beteiligten ran“, forderte Innenminister Beuth, der Oberbürgermeister Peter Feldmann, die Deutsche Bahn und die Bundespolizei zu einem Runden Tisch einladen will.

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