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Sicherheit in Frankfurt Schutz vor Terrorangriff an Opernplatz und Hauptwache

1. UpdateAn markanten Punkten in der Frankfurter Innenstadt werden Betonblöcke aufgestellt. Sie sollen Terroranschläge mit Fahrzeugen verhindern helfen.

03.01.2018 13:13
Terrorgefahr in Frankfurt
Ein Gabelstapler hebt eine Zufahrtsblockade auf den Platz vor der alten Oper in Frankfurt. Foto: Fabian Sommer (dpa)

Das Szenario: Ein Lastwagen rast in Frankfurt in eine Menschenmenge. Auf dem Opernplatz, der daran anschließenden „Freßgass“ und der Hauptwache wäre solch ein Terroranschlag aus Sicht von Polizei und Stadt besonders verheerend. Deshalb stellten sie am Mittwoch dort Dutzende Betonblöcke auf, die bereits am Weihnachtsmarkt und beim Museumsuferfest zum Einsatz kamen. Bis eine feste Lösung gefunden wird, sollen sie dort unter anderem Einkäufer, Pendler und Veranstaltungsbesucher vor Angriffen schützen. Auch der Römerberg und die Konstabler Wache gelten als schutzbedürftig, dort sollen ebenfalls Blöcke aufgestellt werden.

„Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht, die können wir auch nicht schaffen“, sagte Frankfurts Sicherheitsdezernent Markus Frank bei der Präsentation der Blöcke. Er sprach von einer abstrakten Gefährdung, der die Stadt nun mit den Pollern begegnen wolle.

„Konkrete Hinweise auf irgendwelche Anschläge in Frankfurt haben wir nicht“, sagte der Frankfurter Polizeipräsident Gerhard Bereswill. Doch auch er sprach von einer „abstrakten Gefährdungslage in Deutschland im Zusammenhang mit dem islamischen Terrorismus.“ Die Zahl der Salafisten steige in Deutschland, von den rund 10 000 werden rund 2000 als brisant eingestuft. Zudem seien rund 1000 Menschen in Krisengebiete wie Syrien und den Irak ausgereist, ein Drittel davon sei inzwischen wieder zurück in Deutschland.

Stadt sucht nach attraktiveren Lösungen

Schon vor Anschlägen wie in London, Stockholm und Barcelona hat die Polizei nach Angaben ihres Präsidenten die Gefahr für viele verschiedene Orte in Frankfurt analysiert. Bei den nun identifizierten Plätzen hält es die Polizei für sinnvoll, für mehr Sicherheit zu sorgen. Dort kämen mehrere Faktoren zusammen: Eine generell hohe Besucherfrequenz und die Möglichkeit, mit einem großen Fahrzeug mit hoher Geschwindigkeit hineinzufahren. Beim Opernplatz könne ein Terrorist beispielsweise auf der gerade darauf zulaufenden Bockenheimer Landstraße Fahrt aufnehmen.

Insgesamt sollen 49 der grauen Blöcke aufgestellt werden. Ein Trum wiegt 3,6 Tonnen und steht neuerdings quer und auf einer Anti-Rutsch-Matte für mehr Sicherheit. „So ein Provisorium bietet deutlich mehr Sicherheit als wäre nichts vorhanden“, sagte Frank.

Schön im Stadtbild sei die neue Maßnahme nicht, so der Politiker: „Wir wissen auch, dass wir ästhetisch dafür keinen Preis bekommen.“ Doch Sicherheit sei ein sehr hohes Gut. Parallel zu den neuen Maßnahmen suche die Stadt nach einer festen, attraktiveren Lösung, die möglicherweise auch im Boden versenkbar sein soll. Die sei jedoch nicht einfach, da man in der Innenstadt nicht einfach graben könne. „Wir sind ja Finanzhauptstadt und das bedeutet, dass hier viele Leitungen liegen die wir nicht kappen dürfen“, sagte der Sicherheitsdezernent. Die Stadt sei aber in Kontakt mit einem Hersteller, der gerade eine alternative Lösung entwickle, die nicht so tief versenkt werden müsse. Einen Zeitrahmen wollten Polizei und Stadt aber nicht nennen.

Vor etwas mehr als einem Jahr war in Berlin ein Attentäter mit einem Lastwagen in die Menschenmenge auf einem Weihnachtsmarkt gefahren. Zahlreiche Großstädte hatten daraufhin ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt. (dpa)

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