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Sexismus in Frankfurt Rüge für sexistisches Werbeplakat

Die Reklame des Lebensmittelhändlers Venos auf der Berger Straße in Frankfurt stößt dem Deutschen Werberat übel auf. Der Händler lässt das sexistische Plakat aber dennoch hängen.

Sexismus in Frankfurt
Verstößt nach Ansicht des Deutschen Werberates gegen den Diskriminierungskodex: die Reklame des Lebensmittelhändlers Venos auf der Berger Straße. Foto: Monika Müller

Der Deutsche Werberat hat die Reklame des Lebensmittelhändlers Venos auf der Berger Straße als sexistisch gerügt. „Die Plakatwerbung verstößt gegen den Diskriminierungskodex“, teilte das Kontrollgremium der Deutschen Werbewirtschaft mit. Danach dürfe Werbung keine Aussagen oder Darstellungen verwenden, die „Personen mit Objekten“ gleichsetze oder „auf ihre Sexualität“ reduziere.

Zur Begründung heißt es weiter: „Die Abbildung einer nassen, fast nackten Frau mit der Überschrift ‚Unverschämt frisch…‘ zur Bewerbung eines Frischemarktes vermittelt den Eindruck, die Frau sei wie eine Ware oder ein Objekt auf dem Frischemarkt erhältlich. Zudem wird die Frau durch die Art der Abbildung auf ihre sexuellen Reize reduziert.“

Zuvor war beim Werberat eine Beschwerde eingegangen. Seit Juli hatte das Gremium darüber beraten.

Damals hatte der Verein Pinkstinks, der sich gegen Sexismus in der Werbung engagiert, das Plakat als „Blickfangwerbung“ bezeichnet, „die nichts mit dem Produkt“ zu tun habe. Venos hatte erklärt, das Plakat hebe „Wasser“ und „Frische“ hervor, was sich auch über die Produkte sagen lasse. Der Firmenname beziehe sich auf die Liebesgöttin Venus. Das rechtfertige das „etwas provokante Motiv“.

Stefanie Fritzsch von Venos sagte der FR nun, das Thema werde „viel zu überzogen gehandhabt“. Kunden hätten sich dazu positiv geäußert. Der Lebensmittelhändler habe daraufhin beschlossen, das Plakat „hängen zu lassen“. „Sollte die Stadt Frankfurt Anfang nächsten Jahres ein Verbot derartiger Werbung aussprechen, werden wir dies natürlich sofort entfernen.“

Ab dem 1. Januar 2018 ist sexistische Werbung in Frankfurt verboten. Das sieht der neue Hauptvertrag für Außenwerbung vor. Darin verschärft die Stadt den Umgang mit Werbung im öffentlichen Raum. Diese darf schon jetzt nicht gegen das Gesetz und die guten Sitten verstoßen oder die verfassungsmäßige Ordnung verunglimpfen und die Menschenwürde angreifen. Neu ist, dass „diskriminierende, frauenfeindliche und sexistische Darstellungen und Aussagen“ verboten sind.

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