Lade Inhalte...

Senckenberg-Preis Ehrung zwischen Dinos

Flechtenforscher Thorsten Lumbsch und Polar-Abenteurer Arved Fuchs bekommen im Museum den Senckenberg-Preis.

Senckenberg-Night
Spinatknödel für die Gäste, Preise für die Forscher: Senckenberg-Night. Foto: Rolf Oeser

Er ist ein Frankfurter Bub – und daher ist die Auszeichnung für Thorsten Lumbsch eine besondere Ehre. Der Flechtenforscher vom Field Museum in Chicago hat am Samstag den Senckenberg-Preis in der Kategorie Natur-Forschung erhalten. „Ich war als Schüler oft im Senckenberg-Museum“, sagte er. „Das hat sicher dazu beigetragen, dass ich mich der Wissenschaft gewidmet habe.“

Zum vierten Mal hat die Senckenberg-Gesellschaft den Preis in zwei Kategorien verliehen. Das Thema Natur solle so stärker in die Gesellschaft getragen werden, sagte Senckenberg-Direktor Volker Mosbrugger. Wissenschaft könne sehr abstrakt sein, „es hilft, wenn Persönlichkeiten mit dem Engagement verbunden werden“.

Bücher und Vorträge über den Klimawandel

So wie der zweite Preisträger in der Kategorie Natur-Engagement: Arved Fuchs. Der Polarforscher ist seit Jahrzehnten in den vereisten Landschaften der Erde unterwegs, hat den arktischen Kontinent durchquert. In Büchern und Vorträgen macht er auf die Veränderungen durch Klimawandel und Einfluss des Menschen aufmerksam. „Es ist die Pflicht des Zeitzeugen, von den unguten Dingen zu berichten“, sagte Fuchs. „Wir brauchen betroffene Bürger, die verstehen, dass das jeden etwas angeht.“ Das ließe sich mit dem nüchternen Duktus der Wissenschaft nicht erreichen.

Zwischen Dinos und bei Spinatknödeln wurden die jeweils mit 10 000 Euro dotierten Auszeichnungen vor geladenen Gästen während der Senckenberg-Night im Museum verliehen. Lumbsch gilt als führender Flechtenspezialist. Informationen über die Organismen seien wichtig für den Umweltschutz, da „sie empfindlich gegenüber Umweltveränderungen sind“, sagte er. Sie könnten als Umweltindikatoren dienen, „wir können sie als Kanarienvogel im Kohleschacht nutzen“. Die Vögel warnten in der Mine bei sauerstoffarmer oder giftiger Luft.

Wie kommt aber ein Frankfurter Junge darauf, sich für Flechten zu interessieren? Er ging an den Wühltisch einer Buchhandlung in der Gräfstraße. „Da lag ein Buch über Flechten. Weil es nur eine Mark kostete, kaufte ich es.“ Jahre später traf Lumbsch die Autorin und erfuhr, warum das Buch so günstig gewesen war: Ihr Name war falsch geschrieben. Ein Druckfehler, der zu einer Karriere führte. Und zu einem Senckenberg-Preis.

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum