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Senckenberg night Wasser als neue Währung

Bei der "Senckenberg night" im Frankfurter Senckenbergmuseum geht es um das Thema Wasser, die "Währung des 21. Jahrhunderts".

Bei der "Senckenberg night" drehte sich alles ums Thema Wasser. Foto: Michael Schick

„Wasserköpfe“ empfangen die rund 400 geladenen Gäste vor dem Senckenbergmuseum bei der sechsten „Senckenberg night“, einer Benefiz-Veranstaltung zugunsten der Forschungsarbeit des Museums. Runde, wassergefüllte Aquarien auf den Köpfen, in denen bunte Plastik-Fische hin- und herschwappen. Dazu Schwimmbrillen und schnorchelartige Mundstücke.

Ein bisschen sehen die Köpfe der Männer aus wie von einem anderen Stern. Zur Begrüßung öffnen die ansonsten – ganz irdisch – schwarz gekleideten Herren mit Regenschirmen in den Händen, die Arme. Den „Senckenberg friends“, Prominente aus „Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft“, entlocken sie so ein Lächeln. Smartphones werden für Erinnerungsfotos gezückt.

Die Wasserköpfe sollen humoristisch die Verbindung für das Motto des Abends herstellen, nämlich: Wasser. „Wie wertvoll es ist“, sagt Fernsehmoderator Thomas Kausch zu Beginn, „sieht man hier: Man kann sogar Musik damit machen“. Er bezieht sich auf die musikalische Einlage einer Musikerin, die mit einer Art Wasserorgel ungewohnte Klänge in das Foyer des Senckenbergmuseums trägt. Begleitet wird sie von einem Klarinettisten und einem Trommler. Blaues Licht strahlt durch den Raum und auf die Dinosaurier-Skelette.

Staatsminister Michael Boddenberg steht auf der Treppe des Foyers und lobt die „Frankfurter Bürgergesellschaft für ihr Bemühen um das Thema Wasser“. Danach nimmt Moderator Kausch den Direktor des Senckenbergmuseums, Volker Mosbrugger, und den Geologen sowie Betriebswirtschaftler Martin R. Stuchtey ins Verhör. „Wie hat Ihr Frühstück heute Morgen ausgesehen?“, fragt er Mosbrugger. Und rechnet sogleich den gesamten Wasserverbrauch für Ei, Käse, Brot und Tee zusammen: „565 Liter für ein doch sehr bescheidenes Frühstück“, so der Journalist. Mosbrugger nutzt diese Vorlage und verweist darauf, dass die Wasserknappheit im Kern vor allem ein Energieproblem sei. Die Frage müsse lauten: „Wie kriege ich das Wasser dahin, wo ich es brauche?“

Stuchtey rechnet vor, dass die Menschen weltweit derzeit 4000 Kubik-Kilometer Wasser benötigten, „eine fast unvorstellbare Zahl“. Davon würde ein Viertel aus dem Grundwasser entnommen, und daher mit einem „schlechten Gewissen“ genutzt werden. In 17 Jahren würden es bereits 7000 Kubik-Kilometer sein.

Nicht zum Nulltarif

Ob es unmoralisch sei, Wasser als Ware zu vermarkten, wird Mosbrugger gefragt: „Ich sehe das eher unemotional“, so der Museums-Direktor. Es dürfe nicht zum Nulltarif angeboten werden und er wolle den Markt nicht verteufeln. Unternehmensberater Stuchtey ergänzt: „Wasser ist die Währung des 21. Jahrhunderts.“ Der Wassermarkt sei mit rund 500 Milliarden Euro so groß wie der Biermarkt. „Aber er ist weniger profitabel“. Nach seiner Ansicht werde zu wenig in Wasser investiert.

Mosbrugger bezeichnet die Wasserknappheit als „hochkomplexes Problem“, das in vielen kleinen Schritten gelöst werden müsse. „Wir als Forschungs- und Vermittlungseinrichtung haben Methoden entwickelt, um anhand der Zusammensetzung des Öko-Systems die Qualität von Flusswasser zu bestimmen“. So könne geprüft werden, ob es gut zum Trinken sei. Zur Unterstützung der Forschung werden zum Abschluss besondere, „unverkäufliche Objekte“ wie ein Hauskonzert, eine Reise nach Venedig und eine Nacht im Senckenbergmuseum versteigert.

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