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Senckenberg Museum Frankfurt Im Fahrstuhl durch die Epochen

Ein Sechs-Meter-Globus für den Astronautenblick auf die Welt: Wie das Senckenberg Museum Frankfurt künftig die Erde und ihre Bewohner erklären will.

Astronautenblick: Bald können Besucher die Erde von außen betrachten.

Im Senckenberg-Naturmuseum, das ja derzeit umgebaut und erweitert wird, können die Besucher künftig mit an Bord eines Forschungsschiffs gehen. Oder sie begleiten Tiefseetaucher auf ihren Expeditionen in die dunkle Welt der Meere. Oder sogar noch tiefer – dorthin, wo gar keine Menschen mehr tauchen können. Das alles natürlich virtuell, mit Hilfe von Medien, so modernen Medien, dass die Ausstellungsmacher noch gar nicht genau wissen, mit welchen.

„Wir werden da auf dem allerneuesten Stand sein“, sagt Museumschef Bernd Herkner. Aber er lässt auch keinen Zweifel: Die wichtigste Quelle, der wichtigste Vermittler in einem Museum ist und bleibt: der Mensch. Also werden auch künftig Fachleute die Welt erklären in der Abteilung Erde, einem der vier Schwerpunktbereiche.

Neu wird der Blick von außen auf den Erdball sein, auf einen Globus mit sechs Metern Durchmesser, zentrales Exponat der Abteilung und zugleich Bindeglied zu den anderen Schwerpunkten Mensch, Kosmos und Zukunft. Die Weltkugel schafft im Kleinen für alle, was sonst nur Astronauten erleben, und sie wird als Projektionsfläche dienen: für Jahreszeiten, Klimazonen, Kontinentaldrift, einen Hurrikan auf dem Weg nach Haiti.

Wer die Geschichte des Planeten zurück zu den Anfängen verfolgen will, kann das künftig in einem Erdzeitfahrstuhl tun. Der wird drei Etagen miteinander verbinden und an vielen Ereignissen vorbei von heute bis in graue – oder auch bunte – Vorzeit fahren. Ein schöner Effekt dabei: Der Erdzeitfahrstuhl erzeugt Barrierefreiheit, ohne extra für behinderte Menschen gemacht zu sein. Alle werden diesen Lift nutzen, egal ob sie Treppen steigen könnten oder nicht.

Inhaltlich und flächenmäßig ist der Bereich Erde der größte im neuen Museum. Kein Wunder, dazu gehören ja schließlich die Wale, Haie und Schwertfische der Hochsee-Inszenierung, die über den Köpfen der Besucher „schwimmen“ werden – und natürlich Tyrannosaurus Rex und Co., denn: „Was wäre das Naturmuseum in Frankfurt ohne seine Saurierskelette?“, fragen Herkner und der Projektmanager Philipe Havlik aus dem Stab Zentrale Museumsentwicklung.

Die Erde wollen sie künftig in drei Teilbereichen erklären: Vielfalt und Ordnung der Natur; Systeme der Natur heute; Systeme der Natur in der Vergangenheit. Mehr als bisher können die Besucher dann erfahren, wie die Forscher zu ihren Ergebnissen kommen – und dass in den Sammlungen manchmal viel mehr steckt, als die Wissenschaft selbst ahnt. Tierpräparate, die vor vielen Jahrzehnten in die Vitrinen gestellt wurden, sind heute mitunter von unschätzbarem Wert, weil sich daraus genetische Daten selten gewordener oder gar ausgestorbener Arten gewinnen lassen. Altes und Neues, die Anakonda mit dem Wasserschwein und der Touchscreen-Monitor, sollen einander im Museum der Zukunft ergänzen.

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