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Senckenberg-Museum Auf du und du mit dem Kosmos

Meteoritenforscherin Jutta Zipfel über den Kosmos, Raum, Zeit und Tausende Tonnen Material, die ständig auf der Erde landen.

Jutta Zipfel
Forscherin Jutta Zipfel mit einem Besucher aus dem Weltraum. Foto: Monika Müller

Jutta Zipfel, 53, ist die Projektleiterin für das Konzept des Ausstellungsbereichs Kosmos im neuen Senckenberg-Museum. Sie leitet seit 2005 die Senckenberg-Sektion Meteoritenforschung und kuratiert die Meteoritensammlung. Von 1997 bis 2002 klassifizierte sie mehr als 300 dieser Funde aus dem Weltraum.

Frau Zipfel, kennen Sie Harry Stamper?
Nein, wer ist das?

Die Hauptfigur aus dem Hollywoodfilm „Armageddon“ aus dem Jahr 1998, gespielt von Bruce Willis. Da werden Leute auf ein gigantisches Objekt geschossen, das der Erde entgegenrast.
Ganz ehrlich – ich habe nie „Armageddon“ gesehen. Nicht, dass ich so etwas nicht mag, aber es hat sich nicht ergeben.

Solche Fiktionen spielen für Sie auch keine Rolle?
Doch, das hat immer Auswirkungen insofern, als ich Anrufe bekomme wie zum Beispiel: Ich hab da einen Stein zu Hause liegen, den hat noch der Opa gefunden, ich glaube, das ist ein Meteorit. Wie kann ich den verkaufen, was krieg ich dafür?

Die Leute kommen aus dem Kino und fragen Sie?
Aus dem Kino, oder im Fernsehen läuft eine Reportage über sogenannte Meteoritensucher, darauf gibt es fast immer eine Reaktion.

Der Film ist jetzt bald 20 Jahre alt. Sind wir dem inzwischen näher gekommen, dass man als Mensch auf einen solchen Meteoriten fliegen könnte?
Auf einen Meteoriten nicht. Wir müssen mal Begrifflichkeiten definieren.

Gern.
Man unterscheidet drei Begriffe. Das eine ist der Meteoroid: So heißt das Objekt, solange es sich im Weltraum befindet. Das zweite ist ein Meteor: eine Leuchterscheinung beim Eindringen in die Erdatmosphäre. Und das dritte, ein Meteorit, ist es dann, wenn es auf dem Boden gelandet ist.

Hoffentlich, ohne dabei einen Kontinent zu zermalmen.
Die Asteroidenabwehr gewinnt an Bedeutung. Da gibt es ein großes Nasa-Programm, um möglichst früh Erdbahn-kreuzende Objekte zu erkennen und eine Abwehrstrategie zu entwickeln.

Sehen Sie solche Objekte eher als Bedrohung oder als Chance?
Meine Lieblingsantwort darauf ist: Ich bin Meteoritenforscherin. Mich interessieren Objekte, die nicht zu groß und nicht zu klein sind – die, die in die Erdatmosphäre eindringen, keinen großen Schaden hinterlassen, und die man unten noch auflesen kann. Wenn sie zu groß sind, dann verdampfen sie in der Regel, und dann ist das Material weg.

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