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Seckbach Kampf der Kelterer

Sechs seckbacher Apfelweinliebhaber keltern selbst und richten am 16. April einen Wettbewerb im Stadtteil aus: den ersten Seckbacher Ebbelwei-Contest.

31.03.2016 16:59
Das Team hinter der Seckbacher Pressung. Foto: Bernd Kammerer

Früher habe es in Seckbach mehr als 15 Apfelweinkneipen gegeben. „Da hat man sogar vom durstigen Dorf gesprochen“, erzählt Roman Rütten. Heute gebe es nur noch zwei. „Die Tradition ist etwas eingeschlafen.“ Gemeinsam mit fünf weiteren Liebhabern tritt der 49-Jährige an, dem Getränk in Seckbach wieder zu alter Glorie zu verhelfen.

„Wir sind alles Freunde und Nachbarn“, erläutert Rütten. „Irgendwann haben wir uns überlegt: Lasst uns doch mal selbst Apfelwein keltern.“ Gesagt, getan. Seit vier Jahren produziert die „Seckbacher Pressung“, wie sich die Gruppe nennt, Schoppen im hauseigenen Keller.

Angefangen haben die 46 bis 78 Jahre alten Männer mit 30 Litern – ohne Presse, dafür mit handelsüblichen Entsaftern und Bettlaken. Inzwischen keltern sie 400 Liter. Rüttens Keller biete dafür perfekte Bedingungen: nicht zu heiß und nicht zu kalt. „Das ist eine Brutstätte für ein leckeres Stöffche.“

Fünf Apfelsorten kommen zur Geltung – eine Mischung aus Seckbacher Streuobst und richtig sauren Äpfeln. „Wenn man einmal einen Selbstgekelterten getrunken hat, kann man die Industrie-Plörre wegschütten“, sagt Rütten und schwärmt vom fruchtigen und intensiven Aroma.

Nun richtet die Seckbacher Pressung erstmals einen Wettbewerb aus. Beim „Ebbelwei-Contest“ wird am 16. April der Seckbacher Apfelweinkönig oder die -königin gesucht. Zehn Gastkelterer treten gegen sieben Hobby-Kelterer aus dem Stadtteil an – darunter auch die Seckbacher Pressung.

Die Idee stammt aus dem Süden Frankfurts. In Oberrad hat der örtliche Männerchor vor zehn Jahren das „Oberräder Apfelwein-Festival“ ins Leben gerufen, das inzwischen der Ski-Club stemmt. An dem Ausscheid hat die Seckbacher Pressung im vergangenen Jahr teilgenommen – und ihre Apfelernte von 2014 zur Wahl gestellt. „Wir haben den zehnten von 15 Plätzen belegt“, sagt Rütten stolz. „Das hat uns Mut gemacht.“

Gegen vier Euro Eintritt können die Besucher in der Turnhalle des TV Seckbach alle Apfelweine probieren – und anschließend bewerten. Kanister und Unterlegscheiben, mit denen die süffigsten Schoppen bedacht werden, hat sich die Seckbacher Pressung von den Kelter-Kollegen aus Oberrad ausgeliehen. Motto: „Was die Oberräder können, können wir auch.“

Um nicht nur eingefleischte Apfelweinliebhaber, sondern auch Familien mit Kindern anzulocken, bieten die Veranstalter ein Rahmenprogramm, bestehend aus Kinderflohmarkt und Schminkstation. Zwei DJs legen Musik auf. Rütten ist sich sicher: „Das wird ein mega Spaß.“ Der Ausscheid soll nur der Auftakt sein. Angedacht ist, dass sich in zwei oder drei Jahren „ein typischer Seckbacher Wettbewerb“ daraus entwickelt.

Zu den 17 Teilnehmern gehört auch die Frauengruppe „Abbelsinen“, die in März in Oberrad den ersten Platz belegt hat. Die Konkurrenz ist also groß. Deshalb räumt sich die Seckbacher Pressung auch keine Siegchancen ein. „Wir sind froh, das Event nach Seckbach geholt zu haben“, sagt Rütten. „Welchen Platz wir belegen, ist egal.“ hub

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