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Seckbach Die Sporthalle platzt aus allen Nähten

Die Turner des Turnvereins Seckbach wünschen sich eine neue Sporthalle mit Platz für andere Clubs. Die alte Halle platzt aus allen Nähten.

Zu klein für die 1000 Mitglieder: die Halle des TV. Foto: Andreas Arnold

Die Halle des Turnvereins (TV) Seckbach an der Straße Am Schießrain platzt aus allen Nähten. „Sie ist zu klein und zu alt“, sagt Friedhelm Dechert über die Sportstätte aus den zwanziger Jahren. „Sehr, sehr tragisch“ sei die Situation, findet der Vorsitzende, denn der 1875 gegründete Verein müsse auf Schulturnhallen ausweichen, um sein Angebot stemmen zu können.

Seit Jahren wünscht sich der TV Seckbach deshalb eine moderne Sporthalle samt Vereinszentrum. Dechert hat eine „riesige Vision“: Unweit der Bushaltestelle Atzelberg-Ost gebe es einen Parkplatz. Hinter dem angrenzenden Weg befinde sich eine Wildnis, auf der es möglich sei zu bauen. Auch eine Quartiersgarage könnte dort entstehen, so der Klubchef. „Das ist aber alles Zukunftsmusik.“ Denn meistens scheitere es bereits an neuen Sportgeräten.

Rund 1000 Mitglieder hat der TV Seckbach derzeit, darunter viele junge und alte. „Dazwischen fehlt es“, sagt Dechert und setzt seine Hoffnungen auch in den neuen Gebäudekomplex. Auf mindestens fünf bis sechs Millionen Euro schätzt er die Kosten für den Bau. Auf finanzielle Unterstützung seitens der Stadt ist der klamme Verein angewiesen.

Dechert möchte sich mit den Vorsitzenden weiterer Seckbacher Vereine abstimmen. Denn die sollen das Klubhaus ebenfalls für ihre Zwecke nutzen können. „Die anderen Vereine müssen mitziehen“, sagt der 63-Jährige und ist für alle Visionen offen: „Von mir aus auch eine Kegelbahn im Keller und ein Restaurant auf dem Dach.“

Der für Seckbach zuständige Ortsbeirat 11 unterstützt den TV in seinem Ringen um eine neue Sportstätte seit Jahren. Bereits mehrfach wandte sich das Gremium an den Magistrat, zuletzt in der jüngsten Sitzung. „Die kleine, veraltete Turnhalle kann nur für einen geringen Teil der sportlichen und geselligen Aktivitäten des Vereins genutzt werden“, heißt es in einer SPD-Vorlage. Zudem liege die Halle inmitten einer Wohngegend, weswegen sich Anlieger immer wieder über Lärm beschwerten und sogar Anzeige erstatteten. Die Stadt sah sich bis zuletzt nicht in der Lage, ein geeignetes Grundstück zu finden. Mehrere Standorte mussten verworfen werden, so auch in der Nähe der Sportanlage an der Hochstädter Straße. „Ich habe den Eindruck, dass an dem Thema nicht intensiv gearbeitet, sondern es auf die lange Bank geschoben wird“, sagt Ortsvorsteher Werner Skrypalle (SPD). „Das ist enttäuschend.“

Allerdings: Nun bewegt sich etwas. „Das Stadtplanungsamt hat sich viele Stellen angeschaut“, sagt Marcus Gwechenberger, der zum Team des neuen Planungsdezernenten Mike Josef (SPD) gehört. Eine Voruntersuchung habe demnach ergeben, dass drei potenzielle Standorte im Stadtteil in der engeren Auswahl stehen. Die Botschaft: „Eine Sportanlage ist möglich“, sagt Gwechenberger. Die Stadt werde nun auf die Ortspolitiker und den Verein zugehen. So sollen die baulichen Rahmenbedingungen abgesteckt werden, damit ein geeignetes Grundstück ausgewählt werden kann.

Der TV Seckbach kommt seiner Vision also ein Stück näher. Bleibt die Frage, was mit der maroden Turnhalle Am Schießrain passiert. Da haben Verein und Ortsbeirat offenbar unterschiedliche Vorstellungen: Friedhelm Dechert setzt sich dafür ein, das Gebäude zu erhalten. „Die Halle ist das einzige, das im Besitz des Vereins ist“, sagt er. Der Ortsbeirat hingegen möchte die Halle, die nur rund 50 Meter von der Wilhelmshöher Straße entfernt liegt, gerne aufgeben. Das Gremium wünscht sich ein Konzept, mit dem die Infrastruktur und der Einzelhandel im Ortskern gestärkt wird.

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