Lade Inhalte...

Schultoiletten in Frankfurt Protest gegen Ekel-Klos

In Frankfurt „stinken die Schultoiletten zum Himmel“, sagen Eltern und Schüler - und wollen nun für saubere Klos kämpfen. Sie haben eine Onlinepetition gestartet.

Toiletten
Solche Toiletten wollen Schülerinnen und Schüler nicht benutzen. Foto: Christoph Boeckheler

Übler Geruch, dreckige Schüsseln, marode Sanitäranlagen – Schultoiletten sind für die meisten ein Ort des Grauens. Schüler und Eltern prangern nun den Zustand der Schulklos in Frankfurt an: Im Internet haben Stadtschülerrat und Stadtelternbeirat eine Petition gestartet, sie fordern darin „ausreichend viele, saubere und sanierte Toiletten in jeder Schule“. Denn „sie stinken wirklich zum Himmel“.

Eklige Toiletten sind ein Dauerthema an den Schulen. Kinder entwickeln lieber Vermeidungsstrategien, als in der Schule aufs Klo zu gehen. „Manche trinken nichts“, schreiben die Initiatoren in der an Baudezernent Jan Schneider (CDU) gerichteten Petition. Nur damit sie nicht die ekligen Toiletten benutzen müssten. Doch deshalb litten die Kinder oft unter Kopfschmerzen und seien erschöpft.

Eltern und Schüler fordern nun „ein Mindestmaß an Sauberkeit“. Deshalb sollten die Reinigungszeiten an die geänderte Nutzung angepasst werden, schließlich sind Schüler heutzutage nicht mehr nur bis ein Uhr in der Schule. Reinigungskräfte sollten dementsprechend vor Ort präsent sein oder mehrfach am Tag zum Reinigen kommen. „Die Erfahrung zeigt, dass das was bringt“, sagt Stadtelternbeirätin Alix Puhl. „Einmal täglich reicht nicht mehr.“

Im Prinzip weiß man das auch bei der Stadt. Bereits 2013 ließ die Stadt ein Pilotprojekt laufen, bei dem Präsenzkräfte in den Sanitäranlagen und eine mehrfache Reinigung am Tag getestet wurden. Der Abschlussbericht liegt seit 2014 vor. Eigentlich sollten Schulen, deren Reinigungsverträge auslaufen, sich schon lange eine der beiden Varianten aussuchen können. Doch bis heute werden Verträge nach altem Muster geschlossen. „Es tut sich nichts“, sagt Puhl.

Bis  Mittwochabend  888 Unterstützer

300.000 Euro wollte die Stadt eigentlich noch dieses Jahr in das neue Reinigungssystem stecken, bis 2021 sollen es jährlich 4,4 Millionen Euro sein. Mitte November hieß es aus dem Magistrat, das Konzept befinde sich noch „in der Ämterabstimmung“. Man habe die Aufgabe nun mit Gründung des neuen Amts für Bau und Immobilien im November übernommen, sagt Barbara Brehler-Wald, Büroleiterin von Schneider. „Das geht nun nicht über Nacht.“ Aber prinzipiell wolle man die Toiletten „in einen baulichen Zustand versetzen, in denen reinigen auch Sinn macht“.

Das ist Schülern und Eltern als Antwort nicht mehr genug. Bis zum Mittwochabend hatten 888 Unterstützer die Petition unterzeichnet. Gefordert wird darin auch, dass die Zahl der Toiletten an die der Nutzer angepasst wird, schließlich wurden zahlreiche Schulen etwa mit Containern erweitert. Zudem wollen Eltern und Schüler Seife, Handtücher und warmes Wasser in den Sanitäranlagen. Denn gründliches Händewaschen ist so nicht drin.

Meist fehlen Seife und Tücher, weil „die Schüler damit Sauerei machen könnten“, sagt Puhl. Doch sie verweist auf die Konzepte, die in den Schulen bereits gemeinsam mit den Schülern zur Sauberhaltung der Schulklos erarbeitet wurden. Die gingen jedoch von hygienischen Mindeststandards aus, denen die aktuelle Toilettensituation nicht entspreche. So seien die Konzepte nicht umsetzbar. „Wir halten uns seit Jahren für alles bereit“, sagt Puhl. „Jetzt ist erst mal die Stadt dran.“

Petition: www.openpetition.de

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum