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Schulsystem Verschiedene Wege zum schulischen Glück

Die Veranstaltungsreihe „Was soll mein Kind mal werden?“ für Eltern von Viertklässlern informiert über Bildungsgänge und Berufsperspektiven.

Berufliche Schulen
Oft sind Eltern die Chancen und Möglichkeiten einer dualen Ausbildung nicht bekannt. Foto: Andreas Arnold

Wenn Viertklässler-Eltern sich mit der Wahl der weiterführenden Schule beschäftigen, dann ist dabei für viele der Gedanke an Berufsschulen ziemlich abwegig. Viel zu früh. Alles noch so weit weg. Doch eine Veranstaltungsreihe des Vereins „Eltern für Schule“ will genau darauf den Blick der Eltern lenken. Auf die beruflichen Perspektiven. „Damit Eltern wissen, was die Kinder mit verschiedenen Schulabschlüssen anfangen könnten“, sagt Vereinsvorsitzender Wilfried Volkmann. Dass eben nicht allein das Abitur zum Lebensglück führt.

In den vergangenen Jahren haben stets mehr als 50 Prozent der Viertklässler auf ein Gymnasium gewechselt. Rund zehn Prozent werden von den Eltern entgegen der Empfehlung der Grundschule auf diese Schulform geschickt. „Ein erheblicher Teil hat dann dort Probleme und kommt zu Bruch“, sagt Dieter Sauerhoff, Dezernent am Staatlichen Schulamt. Die Kinder scheitern, müssen die Schulform wechseln. Und die Erfahrung von Anita Lemaile von der Gesellschaft für Jugendbeschäftigung (GJB) zeigt: „Dann verlieren sie Selbstvertrauen, sind nicht mehr motiviert.“ Bildung wird dann zur Qual. Ein großer Leidensweg beginne, eine Kette von Enttäuschungen. „Das ist nie gut, gerade nicht für Jugendliche in der Pubertät.“

Die Veranstaltungsreihe „Was soll mein Kind mal werden?“ will über das Schulsystem und seine Durchlässigkeit informieren, über berufliche Ausbildung und Aufstiegsmöglichkeiten. Den Eltern soll aufgezeigt werden, dass mit einem erfolgreichen Schulabschluss in jedem Bildungsgang alle Möglichkeiten für eine gute berufliche Karriere offenstehen. Und der Bedarf an Fachkräften hoch ist. Industrie- und Handelskammer (IHK) sind mit im Boot, genau wie Handwerkskammer, Staatliches Schulamt, berufliche Schulen, GJB. „Im digitalen Zeitalter ist Spaß am Lernen wichtig“, sagt Brigitte Scheuerle von der IHK. Es würden eigenverantwortlich denkende Menschen gebraucht, „die wissen, dass die Prozesse an ihrem Arbeitsplatz morgen anders aussehen werden“. Die lebenslang lernen können. Wer aber in der Schulzeit Misserfolge beim Lernen erlebe, „wird sich dann schwer am Arbeitsplatz tun“.

Bildungsgang sollte Stärken des Kindes entsprechen

Deshalb sollte nach Lemaile der Bildungsgang den Stärken des Kindes entsprechend gewählt werden. „In der fünften Klasse mit Nachhilfe zu starten, ist kein tolles Erfolgserlebnis“, sagt sie. Oft setzen sich die Eltern aber selbst unter Druck. „Sie haben das Gefühl, der Übergang in die weiterführende Schule entscheide über die Lebensperspektive des Kindes“, sagt Sauerhoff. „Das ist falsch. Es gibt viele Anschlussmöglichkeiten.“

Das soll in den Veranstaltungen ab Dezember auch aufgezeigt werden. Zwölf Abendtermine wird es bis in den Februar über Frankfurt verteilt geben. Die Grundschulleiter sollen ihre Schulgemeinde darüber informieren. Das Konzept ist 2016 bereits bei sieben Veranstaltungen im Westen der Stadt erprobt und nun ausgeweitet worden.

Bei den Möglichkeiten im Bildungssystem hätten die wenigsten Eltern einen Durchblick, meint Bernhard Friedrich, Leiter der beruflichen Ludwig-Erhard-Schule. Berufliche Schule, Fachoberschule, berufliches Gymnasium – „das muss genau erklärt werden“. Man wolle aufzeigen, wie der nächste und übernächste Schritt aussehen kann. Denn es sei besser, sich an den Anschlüssen als an den Abschlüssen zu orientieren.

Scheuerle hofft, mit den Veranstaltungen den Eltern „Gelassenheit bei der Entscheidung zu schenken, damit sie ruhigen Gewissens den richtigen Bildungsgang finden“.

Die erste Veranstaltung findet am Montag, 11. Dezember, in der Käthe-Kollwitz-Schule für die Stadtteile Sindlingen und Zeilsheim statt. Alle weiteren Termine unter www.elternfuerschule.de.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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