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Schulen in Frankfurt Wenn die Note am letzten Schultag überrascht

Heute ist der letzte Schultag vor den Sommerferien. Nicht immer wissen Eltern, welches Zeugnis die Kinder heimbringen. Trotz der Datenschutzgrundverordnung schreiben Lehrer in Frankfurt es nicht mit der Hand.

Ferienbeginn
Wenn die letzten Stühle hochgestellt sind, können die Ferien beginnen! Foto: Arne Dedert (dpa)

Für Schüler beginnt nun eigentlich die schönste Zeit des Jahres: die Sommerferien. Sechs Wochen frei – und der heutige letzte Schultag könnte so toll sein, wenn da nicht diese Zeugnisse wären. Die trüben beim ein oder anderen doch ein wenig die Freude. Erstaunt dürften die Kinder und Jugendlichen über ihren Zensuren aber nicht sein; diese werden ihnen schließlich vorher mitgeteilt. „Allerdings könnten die Eltern überrascht sein“, sagt Benedikt Gehrling, Leiter der Erich-Kästner-Schulen und Sprecher der Frankfurter Grundschulleiter.

Denn nicht immer erzählen die Kinder zu Hause von den Noten. „Deshalb kommt es dann doch manchmal vor, dass ein Kind weint, weil es Angst vor der Reaktion der Eltern hat“, sagt Gehrling. Weil Wünsche und Erwartungen eventuell nicht erfüllt werden.

Wenn bei ihm an der Schule Lehrer das Gefühl hätten, dass sich dies am Zeugnistag „zuspitzt, dann rufen wir die Eltern an und bitten sie, sofort zu kommen“. Dadurch könne die Situation gut abgefedert werden. Es sei aber selten nötig, so zu reagieren.

Wenn Schüler sich vor den persönlichen Gesprächen mit Lehrern oder Sozialarbeitern an den Schulen scheuen, dann können sie auch das Sorgentelefon anrufen. Dort bleiben sie anonym; bei der „Nummer gegen Kummer“ können sie über Angst vor den Eltern und Sorge vor Strafen sprechen. Auch für Eltern gibt es eine extra Nummer beim Sorgentelefon.

Die meisten Kinder freuen sich aber auf die Ferien – und die Lehrer auch. Sie haben schließlich in letzter Zeit zig Zeugnisse schreiben müssen, vor allem in den Grundschulen auch mit verbalen Beurteilungen. In der ersten Jahrgangsstufe, an manchen Schulen auch in der zweiten, gibt es noch keine Noten, der Leistungsstand wird ausformuliert. In Nordrhein-Westfalen hatten die Lehrer vor allem mit solchen Zeugnissen in diesem Jahr viel Arbeit: Sie mussten sie laut Süddeutscher Zeitung zum Teil mit der Hand schreiben – wegen der Datenschutzgrundverordnung.

Weil die Lehrer mit personenbezogenen Daten wie Noten und Beurteilungen arbeiten, sollten sie deren Sicherheit in einer elfseitigen Erklärung garantieren, wenn sie am heimischen Rechner arbeiten. Das konnten und wollten viele nicht – und an den Schulen gibt es oft nur zwei gesicherte Computer.

Zu wenige, deshalb mussten die Lehrer auf Handschrift ausweichen. In Frankfurt gebe es keinen handgeschriebenen Zeugnisse, sagt Gehrling. „Da ist man in Nordrhein-Westfalen wohl ein bisschen übers Ziel hinausgeschossen.“ Zwar gebe es auch in Hessen ein Formular, das Lehrer zur Datensicherheit bei der Arbeit von zu Hause unterschreiben müssten. „Aber das umfasst nur eine Seite.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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