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Schulen in Frankfurt Vivaldi mit Schlagzeugsolo

Fünf Frankfurter Schulen zeigen ihre Neuinterpretationen der „Vier Jahreszeiten“. Die ARD hat in diesem Jahr das „Vivaldi-Experiment“ ins Leben gerufen, um Schüler mehr für klassische Musik zu begeistern.

30.09.2016 17:37
Rebecca Welsch
Trommeln statt Geigen: Die Fürstenberger Realschule. Foto: HR/Ben Knabe

Wenn man an Vivaldi denkt, dann denkt man wohl zuerst an sein Stück „Vier Jahreszeiten“: „,Vier Jahreszeiten‘ hat für Vivaldi etwa denselben Stellenwert wie ,Atemlos‘ für Helene Fischer“, meint Lars Ruppel.

Der Poetry-Slammer führte am Freitag durch die Abschlussveranstaltung im Sendesaal des Hessischen Rundfunks, bei der fünf hessische Schulen, darunter drei aus Frankfurt, ihre Projekte zum Thema Vier Jahreszeiten vorstellten.

Die ARD hat in diesem Jahr das „Vivaldi-Experiment“ ins Leben gerufen, um Schüler mehr für klassische Musik zu begeistern. Der Hessische Rundfunk beteiligte sich und organisierte Workshops mit Bigband-Mitgliedern und Literaturtrainer, um Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ neu zu interpretieren. „Die Begleitprojekte des Hessischen Rundfunks sollen zu einer kreativen Beschäftigung mit den Jahreszeiten ermuntern und auch Sprache mit einbeziehen“, sagt der Projektverantwortliche Jochen Doufrain. Deshalb wurden neben Musikstücken auch Gedichte zum Thema „Vier Jahreszeiten“ vorgestellt.

„Wir haben uns nur ein bisschen an das Grundgerüst gehalten, aber ansonsten etwas Eigenes überlegt“, meint Luca aus der Leibnizschule Wiesbaden. Deshalb enthält ihre Jazzinterpretation von Herbst und Winter jetzt ein Schlagzeugsolo. Gemeinsam mit dem Jazzcoach Rainer Heute aus der hr-Bigband probten sie ein paarmal und schrieben das Stück nach ihren Vorstellungen um.

Etwas ganz anderes machte hingegen die Frankfurter Max-Beckmann-Schule: Sie versuchte, sich dem Thema mit Gedichten zu nähern. Lars Ruppel besuchte die Schüler für zwei Workshops, danach sollten sie sich von Vivaldis Stücken inspirieren lassen und ein Gedicht zu einer Jahreszeit schreiben.

„Ich mag Frühling und Herbst nicht, deshalb habe ich mich für ein Sommergedicht entschieden“, meint Andreas Eller aus der 13.Klasse. Hört er denn privat überhaupt klassische Musik? „Ab und zu schon, wenn ich male oder mich konzentrieren muss. Aber durch das Gedichteschreiben bekommt man noch einmal einen ganz anderen Blick für die Musik.“

Ähnlich sieht das auch die 19-jährige Yolande: „Jeder Musiker will ja ein Gefühl ausdrücken, und wir bringen in unseren Gedichten auch diese Emotionen rüber.“

Nach den Aufritten lehnten sich die etwa 500 anwesenden Schüler zurück und lauschten dem hr-Sinfonieorchester. Anschließend gab es eine Liveschaltung zum zentralen Konzert in Köln mit dem WDR-Funkhausorchester. Der Rapper Motrip stellte dort seine Neuinterpretation der Vier Jahreszeiten vor, die er zusammen mit Schülern aufgenommen hat.

Das Projekt „Ein ARD-Konzert macht Schule“ findet in diesem Jahr schon zum dritten Mal statt. In den letzten zwei Jahren gab es das „Dvorak-Experiment“ und das „Gershwin-Experiment“. „Wir befürchten, dass das Klassik-Publikum immer älter wird; die Projekte sollen Kinder und Jugendliche für klassische Musik begeistern“, sagt Jochen Stolla von der hr-Bigband.

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