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Schulen in Frankfurt Schulwechsel macht Eltern Sorgen

Eltern in Frankfurt haben derzeit viele Fragen zu den neuen weiterführenden Schulen. Dass der Umzugstermin des Gymnasiums Nied erneut verschoben wird, dürfte nicht gerade neues Vertrauen schaffen.

Die Schüler des Gymnasiums Nied werden wohl länger als geplant in Höchst unterrichtet. Foto: Michael Schick

Täglich nimmt Stadtelternbeirätin Alix Puhl mehrere Viertklässlereltern neu in ihren E-Mail-Verteiler auf. Über den sie regelmäßig Informationen zum Schulwechsel verschickt. Auch die Anrufe häufen sich bei ihr. Anrufe von Eltern, die sich um den Übergang in die weiterführende Schule sorgen. „Das Thema brennt“, sagt Puhl. Schließlich gebe es die ersten Elterninformationsabende nach den Herbstferien. „Und Eltern erkundigen sich auch schon nach Privatschulen“, sagt Puhl. „Manche überlegen wegzuziehen, weil ihnen das alles mit dem Übergang in Frankfurt zu viel ist.“

In den vergangenen Jahren hat sich die Situation beim Übergang in die weiterführende Schule zugespitzt. Kinder bekommen keinen Platz in der Wunschschule. Das Gymnasium Nied startete in Höchst und wird aber nie nach Nied, sondern ins Westend ziehen. Die Kooperative Gesamtschule (KGS) Niederrad konnten die Eltern wählen, doch dann eröffnete die Schule nicht.

„Da ist viel Vertrauen verloren gegangen, das muss erst mal wieder aufgebaut werden“, sagt Puhl. „Dafür brauchen wir aber verlässliche Informationen.“ Deshalb schrieb sie einen offenen Brief an Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und stellte all die Fragen, die Eltern derzeit umtreiben.

Schülerzahl steigt

Zum Beispiel zur Gesamtschule in Niederrad. Ob sie wirklich nun zum nächsten Schuljahr eröffnet? Und wo? „Sie eröffnet, ja“, sagt Jetta Lüdecke, Webers Referentin. „Die Schule soll kein zweites Mal vor die Wand gefahren werden.“ Die Container würden in den Herbstferien auf dem Außengelände der Salzmannschule an der Goldsteinstraße aufgestellt. Langfristig soll die Schule dann auch das Hauptquartier der auslaufenden Salzmannschule an der Schwanheimer Straße übernehmen. Ob die Gesamtschule allerdings eine kooperative oder eine integrierte sein wird, steht noch nicht fest. „Das werden wir bis zum Ende der Herbstferien entscheiden“, sagt Lüdecke.

Bei der Frage nach der Schulform ist Puhl enttäuscht, dass über die jeweiligen Vor- und Nachteile für den Frankfurter Süden nicht öffentlich diskutiert wird. „Kein Mensch spricht da mit den Betroffenen“, moniert sie. „Ich habe das Gefühl, dass es bei der Entscheidung nur um politische Ränkespiele geht – nicht um den Stadtteil und die Kinder.“

Ob KGS oder IGS – „die Schule wird in jedem Fall gebraucht“, sagt Lüdecke. In den nächsten Jahren steige die Schülerzahl um 20 Prozent. Deshalb müsse der Schulentwicklungsplan kontinuierlich fortgeschrieben, müssten bis 2021 drei weitere weiterführende Schulen eröffnet werden. „Wir haben gar keine andere Wahl, müssen schnell auch in Provisorien Schulen aufmachen – schließlich müssen diese Kinder irgendwo unterrichtet werden.“

Im Gymnasium Nied werden die Schüler bereits seit einem Jahr unterrichtet. Eigentlich sollte die Schule 2018 auf den Campus Westend ziehen. Das hatte Webers Amtsvorgängerin Sarah Sorge (Grüne) versprochen. Doch der Zeitplan scheint nicht zu halten zu sein. Lüdecke spricht von einem „offenen Umzugstermin“. Und dass die Schule so schnell wie möglich eine „belastbare Perspektive verdient“.

Stadt soll nicht nochmal „etwas versemmeln“

Eine Verschiebung des Umzugstermins würde nicht gerade neues Vertrauen der Eltern in die Geschicke der Stadt schaffen, meint Puhl. „Die Ereignisse mit dem Gymnasium Nied und der KGS Niederrad haben sich tief in die Köpfe der Eltern eingegraben“, sagt sie. „Ich weiß nicht, was weitere Überraschungen mit den Eltern machen werden.“ Es dürfe einfach nicht noch mal „etwas versemmelt“ werden.

Beim Gymnasium Nord, das gerade in einem Übergangsquartier in Westhausen gestartet ist, gibt es auch noch keinen Umzugstermin. Als Standort favorisiert man im Dezernat das Baugebiet Bonames-Ost. „Wir wünschen uns, dass das Gymnasium dorthin zieht“, sagt Lüdecke. Allerdings müssten Planungsdezernent Mike Josef (SPD) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) dort erst mal Bebauungspläne erstellen und Fakten vor Ort schaffen. „Das liegt nicht in unserer Hand.“

In der Hand des Bildungsdezernats liegen auch nicht das Verfahren bei der Schulwahl und die Auswahlkriterien der Schulleiter. Das ist Sache des Staatlichen Schulamts. „Aber wir sind da im Gespräch“, sagt Lüdecke. Lange Schulwege für Kinder sollten künftig vermieden werden, man wolle etwa für das „Schulform-Kreuz“ werben: Auch wer nur Gymnasien auf dem Wahlzettel angibt, kann ein Kreuz etwa bei der Schulform KGS setzen. Wenn es dann nicht mit der Wunschschule klappt, dann kann statt auf ein weit entferntes Gymnasium auf den nähergelegenen Gymnasialzweig einer KGS zugewiesen werden. „Das kann“, sagt Lüdecke, „am Ende vielleicht ein paar Schwierigkeiten ersparen.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen Frankfurt

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