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Schulen in Frankfurt Katholisches Gymnasium soll in Frankfurt entstehen

Bis zum Schuljahr 2022/23 soll in Frankfurt ein katholisches G9-Gymnasium entstehen. Es wäre die erste christlich-konfessionell ausgerichtete weiterführende Schule in der Stadt seit dem Zweiten Weltkrieg.

Schulen in Frankfurt
Das Gymnasium Nord wird erweitert – die Schule muss im Sommer 240 Kinder aufnehmen. Foto: Christoph Boeckheler

Auf dem heutigen Gelände von St. Raphael an der Ludwig-Landmann-Straße soll bis zum Schuljahr 2022/23 ein katholisches G9-Gymnasium mit 810 Plätzen entstehen. Es wäre die erste christlich-konfessionell ausgerichtete weiterführende Schule, die in Frankfurt nach Ende des Zweiten Weltkriegs entstehen würde. Erste Pläne hierzu stellten Initiator Andreas Krebs und Ernst von Freyberg, Schatzmeister des Malteserordens und als Frankfurter beim örtlichen Malteser Hilfsdienst engagiert, in der Bürgerfragestunde des Ortsbeirats 7 am Dienstagabend vor. 

Seit 2014 verfolgt Andreas Krebs, in Frankfurt geboren, im Taunus aufgewachsen und nach einem Auslandsaufenthalt seit zehn Jahren im Nordend lebend, die Idee, eine katholische weiterführende Schule in Frankfurt zu gründen. Damit würde eine Tradition, die seit der Zeit der Karolinger bestand und „durch die Nationalsozialisten und das Dritte Reich jäh unterbrochen wurde“, wieder fortgesetzt, erläuterte Krebs: „Ich habe selbst im Taunus ein katholisches Gymnasium besucht. Als mein Sohn den katholischen Kindergarten von St. Antonius im Westend besuchte, kam immer wieder die Frage auf, warum es keine christlichen Schulen in Frankfurt gibt. Frankfurt ist immerhin die fünftgrößte deutsche Stadt und die größte im Bistum Limburg.“ Er habe dann einfach angefangen, Gespräche zu führen: mit dem Bistum, den Maltesern, dem Stadtdekanat, die Zustimmung signalisierten, insbesondere die gemeinnützigen Malteser Werke (MW) mit Sitz in Köln. 

Finanzierung ist möglich 

„In Nordrhein-Westfalen betreiben wir drei Gymnasien“, berichtete Schatzmeister von Freyberg. Die Malteser würden in Frankfurt ebenfalls die Trägerschaft übernehmen und sich an den Kosten beteiligen. Bereits jetzt haben die MW „1,5 Millionen Euro für den Bau freigegeben“, sagte Ernst von Freyberg. Auch würden die Malteser finanziell in Vorlage treten, bis das Land Hessen – entsprechend dem Ersatzschulfinanzierungsgesetz – das geplante Frankfurter Gymnasium in kirchlicher Trägerschaft nach dreijährigem ununterbrochenem Schulbetrieb rückwirkend finanziell fördert. Allerdings stellten Krebs und von Freyberg klar, dass das Projekt nur dann realisiert würde, wenn die Finanzierung des Baus und des Betriebs sichergestellt sei. Krebs und Malteser sind daher auf die Stadt Frankfurt und das positive Plazet der Stadtverordnetenversammlung angewiesen. „Wir haben jetzt begonnen, den Kontakt zu den relevanten politischen Kräften im Stadtparlament zu suchen. Wir möchten sie erreichen und für unsere Idee gewinnen“, sagte Ernst von Freyberg: „Denn unser Schulgeld soll moderat sein, unter 200 Euro im Monat.“

 

Die Vermittlung christlicher und sozialer Werte würde das Profil der geplanten katholischen Schule prägen, betonten Krebs und von Freyberg. Zu den Unterrichtsinhalten gehören zudem Sanitätsdienst und Praktika in sozialen Einrichtungen. Entstehen soll der Campus auf dem heutigen Areal der Raphael-Gemeinde an der Ludwig-Landmann-Straße am Rande vom Industriehof. Ursprünglich wollten die Initiatoren ein Gymnasium mit Realschulzweig errichten. Doch eine Machbarkeitsstudie ergab, dass auf dem Grundstück maximal 810 Schulplätze entstehen können – zu wenig für einen Realschulzweig. Turnhalle und Tiefgarage würden unterirdisch untergebracht. Das heutige Gemeindezentrum samt Kapelle müsste allerdings abgerissen werden. Die zuständige Kirchengemeinde St. Marien, zu der der Kirchort St. Raphael gehört, sei einbezogen. Für die ungarische und ukrainische Gemeinde, die St. Raphael derzeit auch nutzen, werden Lösungen gesucht. Zudem soll der neue Campus, der auch eine Kapelle haben wird, dem Stadtteil und den Vereinen offenstehen, betonten Krebs und von Freyberg. Die Fraktionen im 7er Ortsbeirat begrüßten prinzipiell die Idee, hatten aber zum Teil Bedenken hinsichtlich der Finanzierung. 

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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