Lade Inhalte...

Schulen in Frankfurt Gymnasium Nied zieht 2019 um

Die Eltern sind vom neuen Zeitplan enttäuscht. Das Gymnasium Nied siedelt später als ursprünglich geplant aus der Containeranlage ins Provisorium auf dem Campus Westend um.

Gymnasium Nied
Das Gymnaisum Nied muss noch ein wenig länger in Höchst bleiben. Foto: Renate Hoyer

Das Gymnasium Nied wird voraussichtlich erst zum Schuljahr 2019/2020 in ein Provisorium auf dem Campus Westend ziehen. Das verkündeten Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Donnerstagabend auf einer Informationsveranstaltung zur Zukunft der Schule im Saalbau Nied. „Das ist der Zeitplan, den wir gut schaffen können“, sagte Schneider vor rund 70 Zuhörern. „Wenn es gut läuft, dann wird es vielleicht ein bisschen schneller gehen.“ An Geld und Willen solle eine Beschleunigung auf jeden Fall nicht scheitern.

Die Schulgemeinde ist von dem Zeitplan enttäuscht. Zuletzt war ein Umzug aus der Containeranlage in Höchst für 2018 geplant gewesen. „Ich hatte heute Abend mit etwas anderem gerechnet“, sagte Stefanie Horn, Schulelternbeirätin des Gymnasiums. „Nun bleiben wir ein Jahr länger – ich befürchte, es werden nun einige Eltern abziehen und ihr Kind an einer anderen Schule anmelden.

Die 2015 in Containern in Höchst gegründete Schule sollte zunächst nach Nied ziehen, das klappte wegen der Nähe zum Chemiestandort nicht. Dann war ein Umzug für 2018 auf den Campus Westend geplant. Das Areal gehört der Stadt, ist jedoch als Erweiterungsgelände für die Uni ausgewiesen. Die Stadt hat dort kein Baurecht und hätte die Fläche nur temporär auf unbestimmte Zeit nutzen können.

Ein Deal mit dem Land Hessen wurde ausgehandelt: Frankfurt erhält ein 14 000 Quadratmeter große Areal an der Hansaallee, auf dem es für das Gymnasium einen Neubau errichten kann. Das Land bekommt dafür 52 000 Quadratmeter auf dem Campus Westend, auf dem die Stadt aber ein Provisorium   für die Schule aufstellen darf. Zum Neubau konnten die Dezernenten noch keine Angaben machen. Und die bereits vorhandenen Pläne für einen Bau auf dem Campus Westend können nicht genutzt werden, um das Provisorium schneller zu errichten. „Die Voraussetzungen sind nun ganz andere“, sagt Schneider. Schließlich werde nun ein reines Übergangsquartier und nicht ein auf viele Jahre ausgelegter Bau errichtet. Lediglich das Verkehrskonzept, sagte Weber, könne übernommen werden.

Die Mutter eines Sohnes in der sechsten Klasse am Gymnasium äußerte sich nach der Vorstellung der beiden Dezernenten desillusioniert. „Wahrscheinlich wird mein Kind noch das Abitur in Höchst machen“, sagte sie. Ein Umzug 2018 habe sich damals so real angehört. „Das Vertrauen in die Politik ist nun auf null gesunken, ich glaube jetzt gar nichts mehr.“

Damit die Schule bis 2019 überhaupt in Höchst bleiben kann, muss die Containeranlage erweitert werden. Eine Fläche des Grünflächenamts würde in Frage kommen, sagte Weber, man sei schon im Gespräch. Zudem sei eine Möglichkeit, weniger Schüler aufzunehmen. Nicht mehr fünfzügig, sondern vierzügig. „Damit könnten wir uns etwas Luft verschaffen.“ Ob das möglich ist, hänge allerdings davon ab, wie viele Kinder in Frankfurt das Gymnasium besuchen wollen.

Schulleiter Mathias Koepsell ist jedenfalls bereit, „jederzeit umzuziehen, egal wann“. Es sei auch egal, in welcher Bauformation das Provisorium errichtet werde. Hauptsache schnell. „Die Kinder brauchen eine Heimat“, sagte er. „Wir können es uns nicht leisten, eine ganze Schülergeneration ohne Heimat zu bilden.“

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum