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Schulen in Frankfurt Große Schulrochade im Westend

Das Gymnasium Nied soll ins Frankfurter Westend ziehen. Die FR beantwortet Fragen zum Umzug.

Gymnasium Nied
Irgendwann wird das Gymnasium Nied die Container verlassen und Adorno-Gymnasium heißen. Foto: Renate Hoyer

Es ist eine gewaltige Schulrochade, die die Stadt ab dem kommenden Jahr im Westend veranstalten wird. Die Protagonisten: das Gymnasium Nied, die Holzhausenschule, die Philipp-Holzmann-Schule und eine Grundschule, die es noch gar nicht gibt. Auf der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats 2 für Bockenheim, Kuhwald und das Westend haben Vertreter des Projektteams „Schulbau beschleunigen“ am Montagabend die Planungen vorgestellt.

Welche Schulen sind betroffen und warum?
Hauptakteur in der Rochade ist das Gymnasium Nied, das künftig Adorno-Gymnasium heißen wird. Es wurde 2015 gegründet und nahm seinen Betrieb statt in Nied in einem Containerbau in Höchst auf. Der Plan, nach Nied zu ziehen, scheiterte aufgrund der Nähe zum Chemiestandort. Stattdessen sollte das Gymnasium ins Westend ziehen, auf ein Gelände am Universitätscampus. Anfang 2017 wurde allerdings bekannt, dass die Stadt Frankfurt mit dem Land Hessen genau dieses Areal gegen ein 14 000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Hansaallee, Miquelallee und Eschersheimer Landstraße getauscht hatte, damit die Universität den Campus erweitern kann. Durch den Grundstückstausch erhält das Gymnasium Nied seinen endgültigen Standort an der Hansaallee.

Bis es so weit ist, wird die Schule jedoch in ein provisorisches Gebäude einziehen, das auf dem Sportgelände der Philipp-Holzmann-Schule errichtet wird. Die Berufsfachschule wird von Beginn der Bauarbeiten an auf dieses Gelände verzichten müssen.

Die Gebäude der Holzhausenschule an der Bremer Straße werden saniert. Deswegen wird auch die Grundschule zeitweise in das provisorische Gebäude des Adorno-Gymnasiums integriert.

Wann wird das provisorische Schulgelände fertiggestellt?
Am 12. August 2019 wird der erste Schultag des Schuljahres 2019/2020 sein. Bis dahin soll das provisorische Gebäude für das zukünftige Adorno-Gymnasium und die Holzhausenschule fertiggestellt sein. Noch in diesem Jahr soll die Bau- und Finanzierungsvorlage beschlossen werden. Im Sommer 2018 könne dann mit den Tiefbauarbeiten begonnen werden, bevor ab Herbst das Gebäude selbst entstehe, sagen Vertreter des Projektteams. Die Kosten für das Gebäude sollen etwa 55 Millionen Euro betragen.

Wie wird das provisorische Schulgelände aussehen?
Das provisorische Schulgebäude wird in Holzmodulbauweise gefertigt. Die sei zwar teurer als Stahlmodule, aber höherwertig. Die Holzmodule könnten daher auch andernorts genutzt werden, wenn das Provisorium nicht mehr benötigt werde, sagte ein Mitarbeiter des Projektteams. Der Haupttrakt des Gebäudes zeigt zur Miquelallee, drei einzelne Flügel werden, nach Süden ausgerichtet, daran anschließen. Die Freiflächen zwischen den Flügeln werden die Schulhöfe beider Schulen bilden. Im Westen des Gebäudes wird der Eingang für die rund 1400 Schüler des Gymnasiums liegen, im Osten der Eingang für die rund 600 Grundschüler der Holzhausenschule. Von der Miquelallee wird eine Zufahrt zur Gebäudefront führen.

Eine provisorische Sporthalle ist auf dem Gelände bislang nicht geplant. Einige Eltern kritisierten das auf der Ortsbeiratssitzung: Für keine der Schulen stehe eine Sportfläche zur Verfügung, was mit umständlichen Auslagerungen verbunden sei. Die Mitarbeiter des Projektteams stellten in Aussicht, über eine provisorische Lösung beraten zu wollen.

Wann wird das neue Schulgelände fertiggestellt sein?
Für das neue Schulgebäude des zukünftigen Adorno-Gymnasiums zwischen Hansaallee, Miquelallee und Eschersheimer Landstraße wird noch Ende des Jahres ein Architektenwettbewerb ausgerufen. Auf dem Gelände soll zusätzlich ein Gebäude für eine gänzlich neue, vierzügige Grundschule errichtet werden. 2019 soll eine Bau- und Finanzierungsvorlage vorliegen. Der eigentliche Bau soll in zwei Abschnitten erfolgen. Auf einer Fläche, die derzeit als Parkplatz genutzt wird, sollen bis 2022 eine Mensa und Sporthallen sowohl für das Gymnasium und die Holzhausenschule als auch für die neue Schule entstehen.

Auf dem größeren Teil des Grundstücks müssen zunächst ein Institutsgebäude sowie zwei Gebäude eines Studentenwohnheims abgerissen werden, bevor der Bau der eigentlichen Schulgebäude beginnen kann. Bis das neue Schulgebäude fertiggestellt wird, dauert es demzufolge noch einige Jahre. „2025 folgende“, schätzt Ortsvorsteher Axel Kaufmann (CDU).

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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