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Schulen in Frankfurt Frankfurter Schulen weiter ohne WLAN

Der WLAN-Ausbau an den Frankfurter Schulen verzögert sich erneut. Die SPD wirft der CDU vor, das Thema zu verschleppen. Und die Berufsschulen sehen sich ohne WLAN im Abseits.

Schulen in Frankfurt
Tablett-Einsatz in einer Schule. Foto: Ina Fassbender (dpa)

Die Frankfurter Schulen müssen auch weiterhin ohne WLAN auskommen. Das Projekt, in diesem Jahr 14 Pilotschulen und bis in fünf Jahren alle weiteren Schulen mit drahtlosem Internet auszustatten, kommt nicht in Gang. In der Römer-Koalition aus CDU, SPD und Grünen sind sich vor allem Christ- und Sozialdemokraten über das Vorgehen uneinig.

Auch an den Schulen ärgert man sich, dass es mit der Digitalisierung nicht vorangeht. Tilmann Stoodt, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der beruflichen Schulen, spricht von einem „beträchtlichen Schaden“. Die beruflichen Schulen seien für die Erfüllung ihres Bildungsauftrags auf eine zeitgemäße Sachausstattung angewiesen. Schon jetzt könnten Aspekte der Geschäfts- und Arbeitsprozesse „nicht so inhaltsgültig präsentiert werden, wie dies notwendig wäre“. Denn immerhin gehöre WLAN in vielen Ausbildungsberufen seit fast zehn Jahren zum Standard zeitgemäßer Arbeitsumgebung. 

Für Stoodt ist die Einführung von WLAN mit der Erwartung verknüpft, dass der „bereits entstandene technologische Rückstand der beruflichen Schulen“ verringert wird. Wenn die Einrichtung des drahtlosen Internets weiter verzögert werde, „landen unsere Schulen in den kommenden Jahren noch mehr im Abseits“. 

Ausbau „von der CDU verschleppt“

Im April 2018 hat das Bildungsdezernat ein Konzept für den WLAN-Ausbau vorgelegt. „Seitdem wird es von der CDU verschleppt“, sagt Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD). Das Konzept sei mit IT-Dezernent Jan Schneider (CDU) abgestimmt gewesen und von IT-Experten des Stadtschulamts und des Amts für Informations- und Kommunikationstechnik entwickelt worden. Auf Betreiben des CDU-Fraktionsvorsitzenden Michael zu Löwenstein würden die CDU-Dezernenten der Magistratsvorlage nicht zustimmen. Weber: „Ich bin enttäuscht von Herrn Schneider. Er hat das Konzept als zuständiger Dezernent mit erarbeitet, unterstützt es nun aber nicht.“ Dabei könne er als CDU-Parteivorsitzender eine interne Verständigung der Christdemokraten auch noch fördern.

Eigentlich wollte Weber die Pilotschulen in den Sommerferien mit WLAN ausstatten. Doch der Beschluss fehlte, und es sei „unklar, wann es jetzt damit klappt“. Von der CDU komme nur, dass der Ausbau günstiger sein müsste. „Aber es gibt keine Vorschläge, wie das gehen soll.“ Der Ausbau an Schulen sei nicht mit einem günstigen DSL-Anschluss zu vergleichen. „Es geht darum, 166 Schulen mit 90 000 Schülern ans Schulnetz anzubinden.“ Alle müssten dort registriert werden, um pädagogisch arbeiten zu können. „Und wenn 30 gleichzeitig arbeiten, geht jedes normale WLAN in die Knie.“

Dezernent Schneider stimmt Weber da durchaus zu. „Es gibt pädagogische Gründe, warum man Millionenbeträge für eine überschaubare Anzahl an Schulen in die Hand nehmen muss.“ Wenn Schüler auf das pädagogische Netz der Schule zugreifen sollen, dann müssten Daten- und Jugendschutzstandards gelten. Und „der Aufwand ist groß, etwa mit Filtern sicherzustellen, dass Schüler nicht auf Pornoseiten kommen“.

Die CDU habe kein Interesse den Ausbau „auf die lange Bank zu schieben“, sagt Schneider. Aber wenn Stadtverordnete ein solch aufwendiges System beschließen sollen, „dann haben sie auch das Recht, sich das genauer anzuschauen“. Denn es gehe nicht nur um die Einrichtung von WLAN, sondern auch um Folgekosten für Personal zur Betreibung. „Darüber kann man nicht einfach hinweggehen“, sagt Schneider. Doch man sei im Gespräch und werde bald zu einer guten Lösung kommen.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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