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Schulen in Frankfurt Entwarnung an Rebstockschule

Die Kinder der Rebstockschule in Frankfurt klagen immer wieder über Unwohlsein, aber in dem Schulgebäude werden keine erhöhten Schadstoffwerte festgestellt. Nun will die Stadt im Lüften schulen.

Rebstockschule
„Wir können mit Sicherheit sagen, dass diese Schule nicht krank macht“, erklärt Bildungsdezernentin Sylvia Weber. Foto: peter-juelich.com

Unwohlsein, Kopfschmerzen, tränende Augen – darüber klagten in den vergangenen Monaten einige Kinder der Grundschule am Rebstock. Die Eltern versetzte das in Alarmstimmung, das Bildungsdezernat in Betriebsamkeit. Es ließ die Luft in der Schule untersuchen. Ein 200-seitiger Bericht ist dabei herausgekommen. Ergebnis: „Wir können mit Sicherheit sagen, dass diese Schule nicht krank macht“, sagte Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) am Dienstag. „Es gibt keinen Handlungsbedarf.“

Das Klima an der Grundschule sorgt seit Anfang des Jahres für Unruhe. Das Gesundheitsamt weiß von 14 der rund 300 Schüler, dass sie über Beschwerden klagten. Fünf Familien hielten einen Zusammenhang mit dem Schulgebäude für möglich.

Messungen wurden veranlasst, das Reinigungsmittel ausgetauscht, weil es kurzfristig im Verdacht stand, die Beschwerden auszulösen. Zwischenzeitlich schloss die Stadt auch die Turnhalle der Schule, obwohl bei Schadstoffmessungen kein Grenzwert überschritten, aber erhöhte Werte von Ameisen- und Essigsäure festgestellt worden waren.

Drei Eltern schickten ihr Kind zu einem Umweltmediziner, dessen Verdacht auf eine Styrolbelastung sich aber nicht bestätigte. „Es waren Gerüchte im Umlauf“, sagte Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne). Das Misstrauen der Eltern sei hoch gewesen, „Vertrauen können wir nur zurückgewinnen, wenn wir allem nachgehen und es auf den Tisch legen“.

Die drei von der Stadt in Auftrag gegebenen Messungen der Luftqualität gingen einigen Eltern nicht weit genug. Sie forderten ein baubiologisches Gutachten. Dem kam die Stadt nach. PCB, Asbest, Feinstaub, Schimmel und die ohnehin untersuchten 180 verschiedenen flüchtigen Substanzen – „alle Zahlen unterschreiten deutlich die Richtwerte“, sagte Ursel Heudorf, stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamts. Und die Kohlenstoffdioxidkonzentration „ist so gut wie an keiner anderen Schule in Frankfurt“.

Weber und Majer haben mit der ausführlichen Untersuchung an der erst 2014 eröffneten Schule auch ein Zeichen setzen wollen. Immerhin 35 000 Euro haben Messungen und Druck des Berichts gekostet. „Wir stehen am Anfang eines der größten Schulbauprogramme in der Frankfurter Geschichte“, sagte Majer. Zahlreiche Schulen müssen gegründet werden. Der Verdacht, dass beim Bau von Schulen fehlerhaft gearbeitet, gesundheitsgefährdende Stoffe verbaut würden, sollte ausgeräumt werden.

Die Untersuchungen an der Grundschule am Rebstock, die seit kurzem Viktoria-Luise-Schule heißt, werden auch Auswirkungen auf andere Schulen haben. Denn es wurde immer wieder auf die bekannten Probleme von Passivhausschulen hingewiesen. „Die Hitze, die drin ist, kriegen wir schlecht wieder raus“, sagte Heudorf. „Daran müssen wir arbeiten.“

Und für Majer hat sich gezeigt, dass bei den Raumluftanlagen „der Faktor Mensch bisher zu wenig berücksichtigt wurde“. So sei etwa zu einem Zeitpunkt, als Schüler über Kopfschmerzen klagten, die Anlage nicht angestellt gewesen und es hätte gelüftet werden müssen. Das wusste aber an der Schule keiner.

Damit die Anlagen richtig funktionierten, „müssen die Leute damit umgehen können“, sagte Majer. Deshalb sollen die Nutzer nun geschult werden. In den neuen Schulen will Weber zudem „besser zu handhabende Anlagen“ einbauen, sagte sie.

Zwar sind an der Schule keine Schadstoffe festgestellt worden, allerdings wurden bei einer Routineuntersuchung nun Legionellen gefunden. Die Bakterien können etwa eine Lungenentzündung hervorrufen. Das Warmwasser in den Duschen wurde daher abgestellt. Heudorf sagte, nun müssten die Leitungen durchgespült werden, wenn das nicht helfe, Filter angebracht oder saniert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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