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Schulen in Frankfurt Das Publikum macht Kunst

Bei einem Konzert für Schüler in der Heilig-Geist-Kirche in Frankfurt dürfen die Zuhörer mitmachen.

26.05.2017 11:20
Torsten Gertkemper
Schulen in Frankfurt
Gemeinsam musizieren, da kommt Freude auf. Foto: Rolf Oeser

Es ist halb zehn morgens, die Kinder strömen in die Kirche, doch innen ist es ganz ruhig. Ehrfürchtig schauen die Schüler in den Raum und nehmen auf den Stühlen Platz. Dann beginnt das Konzert. Mehrere Schulklassen sind an diesem Morgen in die Heilig-Geist-Kirche gekommen, um Joseph Haydns Schöpfung zu hören, aber auch, um selbst daran mitzuwirken.

In den Wochen davor haben sie sich mit ihren Lehrern darauf vorbereitet. „Wir haben uns viele Bilder über die Schöpfung angeschaut und dann haben wir darüber gesprochen“, erzählt Stella. Die Zehnjährige besucht die vierte Klasse der Comeniusschule in Bornheim. Auch die Lehrer bereiteten sich vor. Beim Musikpädagogen Christoph Gotthardt besuchten sie eine Fortbildung. Dort lernten sie, wie sie ihren Schülern Haydn näherbringen können. Gotthardt macht das seit zehn Jahren: „Es ist wunderbar, dass die Arbeit, die ich auch vorher mit den Lehrern mache, bei den Kindern Früchte trägt“, sagt er.

Bereits zu Beginn der Aufführung dürfen die Schüler mitmachen. Haydns Schöpfung beginnt mit dem Licht. Die Kinder halten ihre selbst gebastelten Sonnenstrahlen in die Höhe. Haydns Schöpfung endet mit der Erschaffung des Menschen und die Kinder singen mit. Sie singen das österreichische Volkslied, das Haydn inspirierte, als er beim Komponieren der Arie für Adam und Eva nicht mehr weiter wusste. Obwohl Publikum, Chor, Solisten und Orchester nie gemeinsam geprobt haben, funktioniert es. „Der Schlüssel dafür war die gute Vorbereitung im Schulunterricht“, sagt Gotthardt.

Das Zusammenspiel von Lehrern und Musikpädagogen funktioniere sehr gut, sagt die Schirmherrin Sylvia Weber. Die Dezernentin für Bildung und Integration denkt dabei auch an die weitere Entwicklung der Schüler: „Die positiven Effekte musikalischer Bildung greifen zweifellos auf andere Lebensbereiche und Schulfächer über“, sagt sie.

Die Musikschule Frankfurt organisiert mit dem Staatlichen Schulamt Hessen und dem Dezernat für Integration und Bildung das Schulkonzert und weitere Aufführungen. Dieses Mal sind die Limburger Domsingknaben dabei. Das Orchester besteht aus Musikern des Frankfurter Opern- und Museumsorchesters. Die Solisten sind Marina Unruh (Sopran), Edmund Brownless (Tenor) und Christoph Kögel ( Bariton).

Nachdem der Applaus für sie und ihre Kollegen verhallt ist, wird es in der Kirche doch noch etwas lauter. Die Kinder sind auf dem Weg nach draußen. „Sie haben sich wirklich lange ausgezeichnet konzentriert“, sagt eine Lehrerin im Vorbeigehen.

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