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Schulen in Frankfurt Berufsschulen sollten umziehen

Eine Veranstaltung über die Zukunft der beruflichen Schulen in Frankfurt endet mit einer Handlungsempfehlung für die Stadt.

Schulen in Frankfurt
Die Paul-Ehrlich-Schule hat schon im März vor dem Römer für ein besseres Schulgebäude gekämpft. Foto: Monika Müller

An einigen beruflichen Schulen ist es eng. So richtig eng. Sie haben jetzt schon mehr Schüler, als sie eigentlich unterbringen können. Und der Trend: Es werden mehr Schüler. In den nächsten zehn Jahren soll die Zahl der Berufsschüler um 3100 steigen. „Deswegen müssen Lösungen langfristig angelegt sein“, sagt Wolf Krämer-Mandeau von der Projektgruppe Bildung und Region (Biregio). „Da kann nicht mit Containern gearbeitet werden.“ Da müssen Schulen schon umziehen und Ausbildungsgänge verlagert werden.

Das von der Stadt beauftragte Beratungsunternehmen Biregio hat in den vergangenen Monaten eine Bestandsaufnahme des Status quo in den beruflichen Schulen in Frankfurt gemacht. Es hat Statistiken und Prognosen erstellt, die als fachliche Grundlage für den neuen Schulentwicklungsplan (SEP) für berufliche Schule dienen. Seit November wurden zudem in einem öffentlichen Beteiligungsverfahren Wissen und Ideen von Schulleitern, Lehrern, Eltern, Schülern, Ämtern und Politikern zur Zukunft der Berufsschulen gesammelt. Biregio hat daraus Handlungsempfehlungen für die Stadt entwickelt und sie am Dienstag in der Jugendkulturkirche Sankt Peter rund 140 Teilnehmern des Partizipationsprozesses vorgestellt.

Weniger ausgelastete Schulen sollen danach Schüler aus den überbelegten aufnehmen, Schulcampusse könnten gebildet, Profile einzelner Schulen durch die Konzentration auf Schwerpunkte geschärft werden. Es geht da etwa um die Berta-Jourdan-Schule im Nordend, in der Erzieher ausgebildet werden. Sie platzt aus allen Nähten. „Und auf dem Gelände kann nicht erweitert werden“, sagt Krämer-Mandeau. Zudem werde die Zahl der Auszubildenden steigen. „Wir raten dringend zu einem neuen Standort für die Schule.“

Auch an der Julius-Leber-Schule mangelt es an Räumen. „Sie müsste 600 Schüler abgeben, um sich entwickeln zu können“, sagt Krämer-Mandeau. Empfehlung: Den Schwerpunkt Wirtschaft und Verwaltung an eine kleinere Schule, etwa die Klingerschule, abgeben und den Gesundheitsbereich ausbauen.

Tilmann Stoodt, Sprecher der beruflichen Schulen, sieht die Empfehlungen als „fachlich berechtigt“ an. Seiner Vorstellung nach könnte das frei werdende Gebäude der Berta-Jourdan-Schule von einer kleineren kaufmännischen Schule genutzt werden. Ein Teil der Ausbildungsgänge der Julius-Leber könnte dann dort angegliedert werden.

Auch dass „anerkannt wurde, dass die Paul-Ehrlich-Schule ein Fall für die Abrissbirne ist, begrüßen wir.“ Die Berufsschule in Höchst soll laut der Empfehlung einen Neubau erhalten. Noch nicht gut gelöst ist für Stoodt die unklare Zukunft der Philipp-Holzmann-Schule. Sie hat ihren Sitz auf dem Campus-Erweiterungsgelände der Uni und muss ihn räumen, sobald diese dort bauen will. „Da gibt es noch nicht so die zündende Idee.“

Auch die Hans-Böckler-Schule im Nordend gehört zu den Schulen, die „pickepackevoll“ sind, sagt Schullleiter Peter Schön. Die Idee: Die Schule soll einen Wirtschaftscampus mit einer anderen kaufmännischen Schule bilden. Etwa der Bethmannschule. Schulleiter Schön ist offen für diese Vorschläge. „Aber vermutlich wird die Umsetzung länger dauern, als wir ertragen können.“

Für die Umsetzung ist Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) verantwortlich. Sie nahm am Dienstagnachmittag die Handlungsempfehlungen entgegen und will alle Vorschläge bei der Erstellung des SEP prüfen: „Ein großer Teil wird sich im Plan wiederfinden.“ Auch die Wünsche nach verstärkter Elternberatung, Unterstützungssystemen für Schüler in schwierigen Situationen und einer WLAN-Infrastruktur sollen eingebracht werden. Bis Ende des Jahres soll der Entwurf des SEP fertig sein, dann den Stadtverordneten zum Beschluss und dem Kultusministerium zur Genehmigung vorgelegt werden. „Ich gehe davon aus, dass er in der zweiten Hälfte 2018 in Kraft tritt“, sagt Weber. „Mit den Vorbereitungen können wir aber schon vorher loslegen.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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