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Schulen in Frankfurt Baubeginn für zwei neue Schulen in Frankfurt

In Frankfurt haben die Bauarbeiten für den Bau des Übergangsquartiers von Adorno-Gymnasium und Holzhausenschule begonnen. Beide Schulen mussten lange auf diesen Moment warten.

Schulen in Frankfurt
So soll der Holzmodulbau für zwei Schulen auf dem Campus Westend im Sommer aussehen. Foto: gmp Architekten

Vor Steinen und Spachteln haben sich Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Dienstag auf der Baustelle am nördlichen Rand des Campus Westend aufgestellt. Alles symbolisch für den offiziellen Startschuss für den Bau des Übergangsquartiers von Adorno-Gymnasium und Holzhausenschule – doch mit Steinen und Spachtel hat das Vorhaben eigentlich wenig zu tun. Der überwiegende Teil des Gebäudes wird aus Holz bestehen. „Es entsteht die größte Holzmodulanlage Europas“, sagt Weber. „Und das ist ein großer Tag für Frankfurt.“

Ein großer Tag, weil die beiden Schulen lange auf diesen Moment warten mussten. Da ist das Adorno-Gymnasium mit seiner leidvollen Geschichte: 2015 in Containern in Höchst gegründet, sollte es zunächst nach Nied ziehen. Das klappte wegen der Nähe zum Chemiestandort nicht. Dann war ein Umzug in einen Neubau für 2018 auf dem Campus Westend geplant. Klappte auch nicht. Das Areal gehört zwar der Stadt, ist aber als Erweiterungsgelände für die Uni ausgewiesen. Die Stadt hat dort kein Baurecht und hätte die Fläche nur temporär auf unbestimmte Zeit nutzen können.

Ein Deal mit dem Land Hessen wurde ausgehandelt: Frankfurt erhält ein Areal an der Hansaallee, auf dem es für das Gymnasium einen Neubau errichten kann. Das Land bekommt dafür die Fläche auf dem Campus Westend, auf dem die Uni perspektivisch die Bibliothek errichten möchte, die Stadt aber zunächst ein Provisorium für die Schule aufstellen darf. Allerdings: Der Tauschhandel ist bis heute nicht vollzogen. „Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben“, sagt Schneider.

Das Provisorium kann aber schon mal erstellt werden. Dort soll das Adorno im Sommer 2019 einziehen. Für Schulleiter Mathias Koepsell ist der Übergangsstandort auf dem Campus „ein Glücksfall“. Die Kooperation mit der Universität könne nun intensiviert werden und später würde man ja auch an die Hansaallee nur „rüberrücken“. Die Verankerung an die Uni könne bleiben. Die Eltern hoffen derweil einfach nur, dass es wirklich mit dem Umzug 2019 klappt. „Nach dem langen Weg hat man Zweifel“, sagt Anette Ignatzi vom Stadtelternbeirat. „Aber nun wurde früher als geplant mit dem Provisorium angefangen, das ist sehr beruhigend.“

Noch viel länger als Koepsell wartet Josefa Maria Hybner-Kauß, Schulleiterin der Holzhausenschule, auf ein Übergangsquartier. Denn die Grundschule im Westend ist völlig sanierungsbedürftig. „Wir haben Statikprobleme, Schimmel, Risse in den Wänden“, sagt Hybner-Kauß. „Wir freuen uns auf ein schönes Schulhaus.“ Einen Wehrmutstropfen gebe es aber: „Die Klassenräume im Provisorium haben keine Waschbecken.“ In einer Grundschule sei das aber nötig. „Da passiert immer mal ein Malheur. Oder Kinder haben Nasenbluten.“ Man wolle das noch einmal mit den Dezernenten besprechen.

Mehr als 2000 Schüler werden auf dem Campus Westend lernen, bis sie nach maximal fünf Jahren ins sanierte Stammhaus oder den Neubau ziehen können. Doch das Provisorium auf dem Campus „ist keine Übergangslösung, in der man seinem Dasein fristet“, sagt Weber. Es gebe Fachräume und eine Mediathek, auch sei der Ausbau des Ganztags berücksichtigt. Keine Lösung gibt es allerdings derzeit für eine Turnhalle. Zwar soll sie auf dem Gelände an der Hansaallee als erstes gebaut werden, doch bis dahin ist noch nicht klar, wo die Schulen Sportunterricht haben werden.

Die Klassenzimmer fürs Gymnasium sind im Provisorium und im Neubau größer als üblich. Ein Wunsch der Schule. „Wir wollen die Klassenräume bewusst als Zentrum für jede Klasse haben“, sagt Koepsell. Es sollten Multifunktionsräume sein, in denen „Lernlandschaften im Klassenraum ansatzweise integriert werden können“.

Derzeit werden auf dem Campus Westend Erdarbeiten vorgenommen, Küche und Mensa gebaut – die einzigen Gebäudeteile in massiver Bauweise. Im Frühjahr werden dann die vorgefertigten Holzmodule gebracht. 56 Millionen Euro kostet das Übergangsquartier. „Aber die Raumzellen werden danach für weitere Projekte genutzt“, sagt Schneider. „Das relativiert den Preis.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

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