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Schulen Ärger um WLAN

Die WLAN-Einführung an Schulen verzögert sich, weil sich die Stadtpolitik nicht einig ist. Schüler und Lehrer fordern eine zügige Digitalisierung, die Linke wirft der CDU Blockadehaltung vor.

Alle warten aufs WLAN an den Schulen. Doch in der Römer-Koalition ist man sich noch nicht einig über die Einführung des mobilen Netzes. Das ärgert Schüler und Lehrer. „Wir dürfen uns keine weiteren Verzögerungen bei der Digitalisierung erlauben“, sagt Stadtschülersprecher Kevin Saukel. „Ansonsten werden die Schulen den Anforderungen der Zukunft niemals gerecht werden.“ Der Streit in der Römer-Koalition müsse beendet werden, denn er habe dazu geführt, dass ein Stillstand eingetreten sei – und Leidtragende seien die Schülerinnen und Schüler.

Das Projekt, in diesem Jahr 14 Pilotschulen und bis in fünf Jahren alle weiteren Schulen mit drahtlosem Internet auszustatten, kommt in der Stadt nicht in Gang. Im April 2018 hat das Bildungsdezernat ein Konzept für den WLAN-Ausbau vorgelegt. Doch die CDU stimmte bisher nicht zu, äußerte Zweifel daran, dass dafür Ausgaben in Millionenhöhe nötig sind.

Die Personalräte der Frankfurter Gymnasien beobachten „mit wachsender Empörung die Entwicklung im Bereich der IT-Ausstattung der Frankfurter Schulen“, schreiben sie in einer Mitteilung. Lehrer bildeten sich zu dem Thema fort, viele seien offen für neue Konzepte, „scheitern aber an den Arbeitsbedingungen in ihren Schulen“. Für das WLAN-Projekt hätten Lehrer unter erheblicher Mehrarbeit digitale Konzepte erarbeitet, doch nun sei der aktuelle Stand, „das WLAN kommt überhaupt nicht oder irgendwann“. Sie fordern die Stadt auf, ihren Versprechungen nachzukommen, damit Schulen zukunftsorientiert arbeiten können.

Die Lehrer kritisieren auch, dass WLAN nicht flächendeckend an der Schule sondern nur in einigen Räumen eingerichtet werden soll. Das moniert auch Gerrit Ulmke, Leiter der Helmholtzschule. Für ihn ist es ein „Unding“, dass nicht alle Schüler das mobile Netz nutzen können und auch im Lehrerzimmer kein WLAN installiert werden soll. Zudem hält er es für unnötig teuer und aufwendig, dass ein WLAN-Zugang höchsten Sicherheitsstandards genügen muss. So will es die Stadt, damit der Jugend- und Datenschutz gewährleistet ist. „Da nimmt die Stadt pädagogische Aufgaben wahr, die ihr nicht zustehen“, sagt Ulmke. „Das ist die Aufgabe der Lehrer.“ Er plädiert für ein offenes WLAN in der Schule, wie es gerade an Museen eingerichtet wird.

Die Linken im Römer sprechen von einer Blockadehaltung der CDU. „Das Vorgehen ist grob fahrlässig“, sagt Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli. In Marburg würden ganze Jahrgänge mit Tablets ausgestattet, in Frankfurt hinke man der Digitalisierung hinterher. Dass die CDU Zweifel am Konzept äußere, passt für die Linken ins Bild der seit 30 Jahren in der Stadt regierenden Partei: „Am miesen Zustand vieler Schulen und der dürftigen und vorsintflutlichen Ausstattung zeigt sich das fachliche Knowhow der CDU.“

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