Lade Inhalte...

Schule in Frankfurt Gymnasium Nied zieht ins Westend

Das Land Hessen hilft der Stadt Frankfurt mit einem Grundstückstausch beim Bau eines neuen Gymnasiums. Auch die Goethe-Universität profitiert.

Wo heute ein Parkplatz und Wohnheime angesiedelt sind, sollen einmal Schüler das Gymnasium Nied besuchen. Foto: peter-juelich.com

Das Gymnasium Nied hat eine Bleibe gefunden. Es soll ins Westend ziehen, einen Neubau auf einem Grundstück zwischen Hansaallee, Miquelallee und Eschersheimer Landstraße erhalten. Damit die Stadt dort eine Schule bauen kann, hat sie einen Deal mit dem Land Hessen vereinbart, dem das Grundstück gehört. Es werden Flächen getauscht: Die Stadt Frankfurt erhält das 14 000 Quadratmeter große Areal an der Hansaallee, das Land bekommt dafür 52 000 Quadratmeter auf dem Campus Westend, die bisher in städtischem Eigentum sind.

Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU), die Präsidentin der Goethe-Universität Brigitta Wolff und Baudezernent Jan Schneider (CDU) gaben am Mittwochmittag gemeinsam den Grundstückstausch bekannt. „Es ist eine gute Lösung, um unterschiedliche Interessen zu befriedigen“, sagte Rhein. Die Universität könne eine zusammenhängende Campuserweiterung sichern, die Stadt einen Schulstandort entwickeln. Da die eine Fläche größer als die andere sei, „ist dieser Schritt für das Land auch mit viel Geld verbunden“, sagte Rhein. Sechszügig soll das Gymnasium Nied nun an seinem neuen Standort sein, achtzügig ist es eigentlich im Schulentwicklungsplan vorgesehen.

Die 2015 in Containern in Höchst gegründete Schule hat eine leidvolle Geschichte hinter sich. Zunächst sollte sie nach Nied ziehen, das klappte wegen der Nähe zum Chemiestandort nicht. Dann war ein Umzug für 2018 auf den Campus Westend geplant. Auf genau jene Fläche, die nun eingetauscht werden soll. Sie gehört zwar der Stadt, ist jedoch als Erweiterungsgelände für die Uni ausgewiesen. Die Stadt hat dort kein Baurecht. Dass die Stadt dort Schulen hinsetzen darf, hatte Bildungsdezernentin Sylvia Webers (SPD) Amtsvorgängerin ausgehandelt. Doch Weber monierte, dass die Vereinbarung nur für eine temporäre Nutzung auf unbestimmte Zeit gilt. Durch den Grundstückstausch „bekommen wir jetzt die Möglichkeit, mitten in der Stadt eine Schule zu bauen, wo sie viele Jahre bleiben kann“, sagte Baudezernent Schneider.

Zeitplan noch offen

Wann die Schule auf das neue Gelände ziehen kann, lässt er offen. Auf dem Areal befinden sich ein Seminarhaus und Wohnhäuser, in denen rund 300 Studierende leben. Für sie soll laut Rhein möglicherweise auf dem Campus eine Lösung gefunden werden. Schneider will nun erstmal die Verträge für den Tausch auf den Weg bringen, doch die Ämter könnten schon mit den Planungen beginnen, sagte er. „Wenn alles gut läuft, dann kann man im März 2018 anfangen zu bauen.“

Da das Gymnasium in den Containern in Höchst aber nur bis 2018 bleiben kann, muss es noch in ein Übergangsquartier ziehen. Das soll auf dem Campus Westend auf der dann eingetauschten Fläche liegen. „Die Uni braucht sie noch nicht sofort“, sagte Wolff. Auch die Holzhausenschule soll dort ein Übergangsquartier während der Sanierung ihres Gebäudes finden. Ursprünglich sollte die Grundschule ebenfalls eine Heimat auf dem Campus Westend finden. Nun soll sie nach der Sanierung des Schulhauses an die Bremer Straße zurückziehen. Wann die Übergangsquartiere bezogen werden können, konnte Schneider noch nicht sagen.

Einen neuen Standort braucht nun die Philipp-Holzmann-Schule. Sie liegt auf dem Gelände, das in den Besitz des Landes übergehen wird. Da sich die Berufsschule aber schon immer auf dem Uni-Erweiterungsareal befunden hat, war die Standortfrage immer wieder diskutiert worden. „Das Land wird mit uns einen Ersatzstandort finden“, sagte Schneider.

Die Eltern begrüßen jedenfalls den neuen Standort für das Gymnasium Nied. „Er ist gut, hoffentlich erfahren wir aber sehr schnell, wann umgezogen wird“, sagte Stadtelternbeirätin Alix Puhl. Sie hofft zudem, dass nicht nur die 14 000 Quadratmeter eingetauscht werden, sondern die Stadt für die ganzen 52 000 Quadratmeter Ausgleichsflächen erhält. „Das Land hat noch mehr Grundstücke in Frankfurt, die es eintauschen und wir als Schulstandort nutzen könnten.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen