Lade Inhalte...

Schulbeginn Startschuss für die Stresswochen

Die Schreibwarenläden stellen sich zu Beginn des neuen Schuljahres auf großen Andrang ein. Das Wichtigste beim Schuleinkauf ist für viele, keine langen Wege auf sich nehmen und nicht lange suchen zu müssen.

Kurz vor Schulstart kommen sie aus ihren Ferienlöchern: Mütter und Väter zukünftiger oder wiederkehrender Schulkinder. Ihr Markenzeichen: seitenlange Listen mit Heftgrößen, Markennamen, Bleistiftstärken. Ihr Ziel: Frankfurts Schreibwarenläden. Die haben sich auf den alljährlichen Andrang, jeder auf seine Weise, gut eingestellt.

Bei „Pappmarché“ in Rödelheim hängen schon seit Wochen die -10%-Schilder im Schaufenster. In den Sommerferienwochen gab es hier Rabatt auf Schuleinkäufe, damit hoffte die Geschäftsleitung, dem Ansturm in der ersten Schulwoche ein wenig die Härte zu nehmen. Die langjährige Mitarbeiterin Karin Müller ist der Meinung, dass das auch hilft. „Viele kaufen ohnehin lieber einen Teil schon jetzt, und wenn sie vom Rabatt erfahren, trägt das noch mal dazu bei.“ Ihre Kollegin Konnie Baron weiß, dass besonders die erste Schulwoche trotzdem anstrengend wird. „Das wird eine Herausforderung, aber es macht ja auch Spaß.“ Weihnachten und der Schulstart machen den größten Umsatz im Jahr aus. Für die kommenden Wochen hat „Pappmarché“ denn auch seine Belegschaft in weiser Voraussicht aufgestockt.

„Die Ferienaktion ist schon ziemlich praktisch“, findet Kundin Julia Söhngen, die mit ihren zwei Töchtern die Heftbestände aufstockt. „Noch hat man nicht dieses Hauen und Stechen der ersten Schulwoche.“ Ihre achtjährige Tochter freut sich schon auf die dritte Klasse: „Unsere Schule ist umgezogen, aber meine Klasse bleibt gleich, deswegen bin ich nicht so nervös“, sagt sie.

Das Wichtigste beim Schuleinkauf ist für viele, keine langen Wege auf sich nehmen und nicht lange suchen zu müssen. „Am besten ist es natürlich, man hat alles an einem Ort“, sagt eine Kundin bei „Kannemann Zeichenbedarf“. Genau darauf haben Geschäftsführer Oliver Kannemann und seine Mitarbeiter auch geachtet, als sie frühzeitig den Laden umgeräumt haben. Jetzt stehen alle Grundausrüstungen für den Schulbeginn griffbereit und praktisch in der Ladenmitte.

Öffnungszeiten etwas flexibler

„Man muss den Kunden schon den Weg zu den Produkten erleichtern“, sagt Kannemann. „Und während des Schulstarts sind auch unsere Öffnungszeiten etwas flexibler, wir machen nicht zu, ehe hier auch der Letzte seine Sachen bekommen hat.“

Kannemann hat Verständnis für die Hektik mancher Kunden. „Die sind natürlich alle unter Zeitdruck, weil sich die Anforderungen der Lehrer auf die Schüler und von denen wiederum auf die Eltern übertragen.“ Ein wenig verstimmt ist er, wenn er an Amazon und Ebay denkt. „Natürlich macht das unsere Arbeit nicht leichter, die Leute beschweren sich oft, dass wir im Vergleich teurer sind.“ Trotzdem hat er Kunden, die jedes Jahr wiederkommen, und spricht bei manchen auch von einer Art „familiärer Bindung.“

Nicht nur das Internet kommt kleineren Schreibwarenläden in die Quere. Auch Schulaktionen bei Discountern wie Aldi graben den Verkäufern die Kunden ab. Dr. Ibrahim Özak, Besitzer des „Schreibladens“ in Bornheim, ist seit fast 30 Jahren im Geschäft und muss sich erst seit den letzten Jahren anhören, seine Waren seien zu teuer. „Dabei habe ich zum Beispiel die Schnellhefterpreise noch nie erhöht“, sagt er. „Und bei mir bekommt man eben keine Massenware, sondern auch mal Sachen, die nicht so gängig sind.“

Er wisse meist im Voraus ungefähr, was von den Schulen verlangt wird, und könne sich gut darauf einstellen. „Die Leute kommen phasenweise, erst die Grundausstattung, dann die Buchumschläge, dann die Füllereinkäufe.“ Natürlich sei das auch stressig, zumal, weil Özak allein hinter der Verkaufstheke steht, aber er bewältige das schon, sagt er. Außerdem hängt auch sein Laden zum Großteil am Umsatz während des Schulbeginns.

Anspruchsvollere Kunden

Aber die Läden müssen sich nicht nur an neue Konkurrenz gewöhnen, sondern auch an anspruchsvollere Kunden. Frau Mecke von „Papier Kraemer“ auf der Zeil arbeitet dort seit 20 Jahren und sagt, es habe sich viel verändert: „Also Diskussionen über Radiergummisorten, die hätten Sie damals noch nicht gehabt!“

Für Hektik beim Einkauf müsse man auch als Mutter aber Verständnis haben, meint Kundin Ines Beck. „Klar ist man im ersten Moment genervt, wenn man in den Laden kommt und hat eine Riesenschlange vor sich, aber dann muss es eben langsamer gehen.“ Wenn die Schullisten rechtzeitig zu Beginn der Ferien kämen, gebe es für sie keine Probleme. „Bei zwei Kindern gucke ich meist auch nicht auf Rabatte, aber achte darauf, dass ich die erste Schulwoche meide, wo wirklich jeder geht.“

Jonah Geike, der am Montag in die fünfte Klasse kommt, ist schon aufgeregt, freut sich aber auch. „Da wird vieles neu sein“, sagt seine Shopping-Begleitung Kerstin Trautmann. „Gerade bei neuen Fünftklässlern finde ich es wichtig, dass dann auch die Sachen neu sind. Bisher verlief unser Schuleinkauf zum Glück ziemlich stressfrei.“

Lesen Sie mehr zum Thema in unserem Dossier Schulen in Frankfurt

Die Zeitung für Menschen mit starken Überzeugungen.

Multimedia App E-Paper
App
Online Kundenservice Abo-Shop
  • Nutzungsbasierte Onlinewerbung
  • Mediadaten
  • Wir über uns
  • Impressum