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Schulbeginn Erstklässler eingeschult

6500 Erstklässler wurden in Frankfurt eingeschult. Manche Kinder hatten sich für die Schule schon selbst mit Buchstaben und Zahlen beschäftigt.

Einschulung an der Merianschule
Bei der Einschulung an der Merianschule waren viele Eltern genauso aufgeregt wir ihre Kinder. Da die Grundschule derzeit in Containern oberhalb des Günthersburgparks ausgelagert ist, wurde im nahen Abenteuerspielplatz gefeiert. Foto: Christoph Boeckheler

Es war noch dunkel, da war an Schlaf nicht mehr zu denken. Ob es Zahlen oder Buchstaben waren, die durch Mias Kopf schwirrten und sie aufweckten, wird wohl nicht mehr zu klären sein. Doch Stunden, bevor der Wecker klingelte, stand sie am Bett ihrer Eltern. „Sie war einfach zu aufgeregt“, sagt ihre Mutter Nina Tovar. Kein Wunder. Am gestrigen Dienstag hatte die Sechsjährige ihren ersten Schultag in der Merianschule. So, wie insgesamt 6500 Erstklässler in den 79 Frankfurter Grundschulen.

Gemeinsam mit 62 Jungen und Mädchen saß Mia vor der Bühne auf dem Abenteuerspielplatz Günthersburg. Da die Grundschule an der Burgstraße im Frankfurter Nordend derzeit saniert wird, lernen die Kinder in Containern oberhalb des Günthersburgparks – direkt neben dem Spielplatz. Unterricht erwartete die Erstklässler am Dienstag noch nicht. Stattdessen der Chor der Merianschule, der den Neuen ein „Lasst und miteinander lachen, leben, lesen, oh ja!“ vorsang.

Das Lesen hat sich der sechsjährige Alexander in Grundzügen schon beigebracht. Am Frühstückstisch habe er die Buchstaben auf dem Marmeladenglas entziffert, sagt sein Vater Jörg Ebling. Auch die Zahlen habe er sich angeschaut und dem Großvater mehrfach vorgerechnet. „Das hat er ganz alleine gemacht“, stellt Jörg Ebling klar. Vielleicht ist das der Grund, warum der Sohn vor dem ersten Schultag kaum aufgeregt war. „Er war heute Morgen viel ruhiger als ich selbst.“

Um die Eltern ging es am Dienstag nur am Rande. „Ihr seid die Hauptpersonen heute“, sagte Rektorin Brigitte Schulz zu den Kindern. Wer schon einen Zahn verloren habe, fragte sie in die Runde der Jungen und Mädchen – und etliche Hände schnellten nach oben. „Daran merkt ihr, dass ihr Schulkinder seid.“ Kaum weniger meldeten sich, als Schulz fragte, wer sich aufs Lernen freue. Wo die Kinder lernen, konnten sie sich im Anschluss anschauen. Aufgeteilt in Bären-, Hund- und Affen-Klassen marschierten die Lehrer mit den Erstklässlern zu den Containern.

Erst im Anschluss durften sich die meisten über ihre Schultüten hermachen. Jonathan hatte eine Tüte in Form eines Drachens. Seine 13-jährige Schwester Lea habe die Tüte gebastelt, sagt Vater Daniel Wiedenhofer. Auch für den Inhalt war sie zuständig. So landeten neben Süßigkeiten auch Blumensamen, Auto und Spielschleim im Inneren.

Weniger coole Geschenke hatten Mitglieder der Landesregierung im Gepäck, die an verschiedenen Schulen die Erstklässler besuchten. Wissenschafts- und Kunstminister Boris Rhein (CDU) brachte Schulutensilien an die Marie-Curie-Schule am Riedberg. Staatssekretär Mathias Samson verteilte Hefte, Stundenplänen und Stiften in Fechenheim an der Konrad-Haenisch-Schule. Lieber wäre vielen sicher ein Kugelschreiber gewesen, wie ihn die sechsjährige Mia in ihrer Tüte hatte: Der trällerte das Eintrachtlied „Im Herzen von Europa“.

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