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Schulbeginn Eltern-Taxis im Visier

Die Aktion Schulweg-Safari will Mama, Papa und das Schulkind zu Fußgängern machen. Damit wollen Verkehrsdezernat und Polizei das gefährliche Verkehrschaos vor den Schulen eindämmen.

Zu Fuß zur Schule ist besser als mit dem Auto – dafür wirbt die Stadtpolizei. Foto: Christoph Boeckheler

Die Aktion Schulweg-Safari will Mama, Papa und das Schulkind zu Fußgängern machen. Damit wollen Verkehrsdezernat und Polizei das gefährliche Verkehrschaos vor den Schulen eindämmen.

Sechs Wochen. Das ist eine Zeitspanne, die zu Beginn der Ferien vielen Schülern unendlich erschien. Nun ist sie um, die unterrichtsfreie Zeit – und auf die große Freiheit folgte am Montag für rund 90 000 Frankfurter Schüler wieder die bittere Erkenntnis: Schule hat begonnen und Klassenarbeiten, Noten und Tests werden nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen.

Routiniert werden sie aber alle den Einstieg in den Schulalltag meistern. Schließlich ist es für sie nicht der erste Schulbeginn. Ganz im Gegensatz zu den 6250 Jungen und Mädchen, die am heutigen Dienstag völlig aufgeregt mit ihren nicht minder aufgeregten Eltern zu den Einschulungsfeiern strömen werden.

Erstmal Süßes

Mit dabei auf jeder Feier: die Schultüte. Sie ist vornehmlich mit Süßigkeiten gefüllt, hat Preisvergleich.de, ein Verbraucherportal für Produktvergleiche, Energie und Finanzen, in einer Umfrage unter 9000 Menschen herausgefunden. Rund die Hälfte packt Süßes in die Zuckertüte, erst danach folgen Beigaben wie Schulutensilien, Bücher und Geld. Und etwa drei Prozent der Erstklässler finden ein Handy in ihrer Schultüte.

So aufregend der erste Schultag nach den Sommerferien ist – es kehren sogleich auch die alten Probleme zurück: Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren und damit ein Verkehrschaos anrichten. „Der Trend zum Eltern-Taxi ist ungebrochen“, sagt Verkehrsdezernent Stefan Majer. Deshalb ist er am Montagmorgen mit Polizei und Vertretern des Straßenverkehrsamtes vor der Boehleschule in Griesheim präsent. Mit der Aktion „Schulweg-Safari“ will er Eltern sensibilisieren, die Kinder zu Fuß zur Schule gehen zu lassen, statt sie mit dem Auto zu bringen.

So trifft an diesem Montagmorgen Alexander Schäfer auf die Polizei, als er seine Tochter mit dem Wagen vor der Schule abliefern will. „Alleine will ich sie aber nicht gehen lassen“, sagt er. „Ich hab’ Angst, dass sie überfallen wird.“ Oft bringt er die Achtjährige zu Fuß. Doch wenn es regnet oder kalt ist, nimmt er den Wagen und hält vorm Schuleingang. „Ist ja nur für eine Minute“, beschwichtigt er.

Doch er ist eben nicht der Einzige, der nur kurz zum Abliefern stoppen will – und damit den Bereich vor der Schule für andere Kinder zur Gefahrenzone werden lässt. Die Wagen halten auf dem Gehweg, auf Zebrastreifen, mitten auf der Fahrbahn. „Das Chaos ist überaus gefährlich“, sagt Majer. Stehe ein Auto zum Beispiel auf dem Gehweg, müssten die Kinder unter Umständen auf die Straße ausweichen.

Halten mit Warnblinker

An 35 Schulen wird daher die„Schulweg-Safari“-Aktion in der nächsten Zeit stattfinden. Es soll über die Gefahren des Eltern-Taxis aufgeklärt werden – und bei Verstoß gegen die Verkehrsregeln gibt es auch Sanktionen. So wie für eine Mutter an diesem Morgen vor der Boehleschule: Vier Kinder im Kindergarten- bis Grundschulalter hat sie im Auto, alle ohne Sitzerhöhung. Und sie hält mitten auf der Fahrbahn und macht den Warnblinker an.

„Sie hat so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann“, sagt Polizist Marco Reh. Und das kostet die Taxi-Mutter jetzt einiges: 50 Euro und einen Punkt in Flensburg.

Sie sei in Eile gewesen, gibt die Mutter bei der Polizei an. „Klar, alle sind morgens im Stress“, sagt Majer. „Aber die Viertelstunde, um das Kind zu Fuß zur Schule zu bringen, ist gut angelegte Zeit.“ Für die Verkehrssicherheit. Aber auch für die Gesundheit. „Gehen die Kinder zu Fuß, sind sie ausgeschlafener und fitter“, sagt Majer. Immerhin hätten sie sich an diesem Tag dann schon ein wenig bewegt. „Wenn sie mit dem Auto gebracht werden, sind sie einfach noch im Tran.“

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