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Schlagernacht Vorfeiern für den Sommer

Kaum hat Bruce Springsteen die Riesen-Bühne im Frankfurter Waldstadion verlassen, wird sie abgebaut, um einem kleineren Modell für die Schlagernacht Platz zu machen. Das Frankfurter Partyvolk sorgt trotzdem für gute Stimmung.

27.05.2012 13:53
Moritz Zimmermann
Partystimmung bei der Schlagernacht im Frankfurter Waldstadion. Foto: Michael Schick

Kaum hat Bruce Springsteen die Riesen-Bühne im Frankfurter Waldstadion verlassen, wird sie abgebaut, um einem kleineren Modell für die Schlagernacht Platz zu machen. Das Frankfurter Partyvolk sorgt trotzdem für gute Stimmung.

Das Wichtigste zuerst: Die Hütte steht noch. Am Freitagabend hatte Bruce Springsteen die Abrissbirne im Waldstadion geschwungen (Album: Wrecking Ball). Am Samstag folgten dann die deutsch-mallorquinischen Partygrößen Mickie Krause, Jürgen Drews und Co.

Die Schlagernacht hatte zwar einige Längen zu bieten, aber dank der gut aufgelegten Frankfurter Partypeople war die Stimmung dem Ballermann tatsächlich würdig. Sogar der Titel Schlagernacht war fast verdient, denn mit Michelle hatten die Veranstalter neben all den Stimmungskanonen eine echte Vertreterin dieser Zunft aufgeboten.

Noch in der Nacht von Freitag auf Samstag, nachdem ’the Boss’ sich von seinen Fans verabschiedet hatte, wurde dessen Großbühne abgebaut und eine kleine Bühne stattdessen errichtet.

Buntes Publikum

Schon auf dem Weg von der Bahn zum Stadion ist das Klientel der Schlagernacht sofort erkennbar. Bunt gekleidet, mit witzigen Hüten, Sonnenbrillen jeder Couleur und den obligatorischen Bier- oder Proseccodosen macht sich eine, naja, singende Meute auf den Weg zur Party. In der Arena steht Onkel Jürgen Drews in langem roten Mantel auf der Bühne. Mallorcas König wird durch den Abend leiten, zumindest bis er von Bernhard Brink ersetzt wird, denn nach seinem eigenen Auftritt hat der König noch ein paar Aufwartungen zu empfangen.

Von Antonia, die auf Tiroler steht, über Peter Wackel, den jeder aus dem Oberbayern kennt, bis zu Mickie Krause und Michael Wendler ist die Stimmung gut. Die Frankfurter feiern ausgelassen vor. Denn die Schlagernacht ist eine einzige Vorfeierei für den Sommerurlaub. „Im Juli geht’s nach Malle“, sagt ein bunt kostümierter Fan, „hier können wir uns schon mal einstimmen.“  Dazu passt, dass trotz des geschlossenen Dachs des Waldstadions immer wieder die Sonne und der blaue Himmel zu sehen sind. Eine Sommerparty ohne Sonnenbrand.

Peter Wackel reißt die Frankfurter mit

Besonders Peter Wackel schafft es die Frankfurter mitzureißen. „Mit so einer Stimmung hatte ich hier in Frankfurt nicht gerechnet“, sagt Wackel, der einen ehrlichen Tag erwischt hat. Denn als er  seine frischgedruckten Shirts verschenkt, erklärt er: „Jetzt wisst ihr was die Mallorca-Fuzzis im Winter machen.“ T-Shirts drucken. Aha.

Nicht zur guten Stimmung passt der Auftritt von G.G.Anderson, der zwar andauernd behauptet, dass es das Größte sei „in meinem Stadion“ auf der Bühne zu stehen, weil er der Eintracht seit dem fünften Lebensjahr verbunden sei, der aber mangels Lust eigene Lieder zu singen immer wieder Frankfurter Fangesänge aus dem Publikum aufnimmt.

„Nie mehr zweite Liga“

„Nie mehr zweite Liga“ ist aber ja auch so was wie ein Schlager. „Jetzt warte ich auf den Jürgen, keine Ahnung wo der rummacht“, beendet der 60-Jährige seinen Auftritt. Dann kommt der Jürgen und erlöst G.G.Anderson von „meinem absoluten Lieblingsstadion“.

Ein bisschen Schlager gibt es vor lauter Party aber auch noch zu bestaunen. Michelles Auftritt ist von Beginn an durchdacht und vermittelt so viel Klang und Gesang wie alle anderen Interpreten zusammen. Jürgen Drews vielleicht ausgenommen, denn der kann tatsächlich singen.

„Ich bin deine große Liebe, du weißt es nur noch nicht“, singt Michelle und die eben noch grölende Menge blickt wie gebannt auf zur kleinen, blonden Sängerin. Danach kehren die „Malle-Fuzzis“ zurück und bringen das Stadion zum Kochen. Aber wie gesagt: die Hütte steht noch.

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