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Schirn in Frankfurt FR-Gewinner zu Gast in der Schirn

Die Ausstellung „Power to the People“ in der Frankfurter Schirn zeigt die vielen Facetten von politischem Widerstand. FR-Gewinner kommen in den Genuss einer Führung.

Ausstellungen in Frankfurt
Solidarität und Vernetzung, aber auch ein Gitter und Geschäfte erkennen die FR-Gewinner in „Agreement“ von Tobias Donat. Foto: peter-juelich.com

Für Gelächter bei den FR-Gewinnern, die  durch die Schirn-Ausstellung „Power to the People“ geführt wurden, sorgte das riesige Ölgemälde „The Sleepers“. Was das Bild der Künstlerin Adelita Huseni-Bey zeigt, erschließt sich sofort. „Schlafende Vertreter einer Regierung“, benennt der Museumsführer Robert Mondani das Offensichtliche. „Mit dem Titel spielt die Künstlerin auf den Begriff an, der nach den Anschlägen auf das World Trade Center für Terroristen verwendet wurde“.

Dies ist nur eines der dringlichen Themen, die Menschen zu Protesten veranlasst. Zwar wurde die Ausstellung „Power to the People“ nach dem gleichnamigen Lied von John Lennon, das für eine bestimmte Ära des Widerstands steht, benannt. Die gezeigten Werke allerdings sind zeitgenössisch und setzen sich mit Politik der jüngsten Vergangenheit auseinander. Von 2000 ist das älteste Ausstellungsstück, das neueste entstand in diesem Jahr.

Ihren Sohn Lennart nahm die FR-Gewinnerin Jutta Körber aus Oberursel mit zur Führung. „Mit der Frankfurter Rundschau kommen bei uns zu Hause auch regelmäßig politische Themen auf den Tisch“, sagt sie. „Die junge Generation ist in Wohlstand und Komfort groß geworden. Jetzt stellt die aktuelle politische Lage wieder dringlicher die Frage: Wo geht es hin?“ Da habe sie diese Gelegenheit genutzt ihrem Sohn, der beteuert freiwillig mit ins Museum gekommen zu sein, zu zeigen, dass man nicht mit allem einverstanden sein müsse und welche Möglichkeiten es gäbe, seine Meinung zu demonstrieren. „Spannend war die sinnverfälschende Montage aus CNN-Nachrichten“, findet der Schüler. Er ist sich sicher, dass er über viele Ausstellungsstücke noch länger nachdenken wird.

Besonders gut kam bei den Besuchern der Videobeitrag des türkischen Künstlers Halil Altindere an, der darin die aktuelle Lage der Türkei thematisiert. Zur Musik von Pjotr Tschaikowskis „Schwanensee“ wird auch hierbei ein Ballettstück gezeigt. Allerdings stellt der Künstler die Ballerinas türkischen Polizisten gegenüber. „Eine tolle Darstellung“ findet Bärbel Plückhahn aus Frankfurt. „Das Video zeigt, wie auch mit friedlichen Mitteln Widerstand geleistet werden kann.“ 
Ihre Begleitung Udo Besser haben die neuen Eindrücke von Hiwa K.s Video „This Lemon tastes of Apple“ beeindruckt: „So wird das im Fernsehen ja nie gezeigt. Bei der Demonstration im Irak stand man quasi mittendrin.“

Auch ein Wahlkabinen-Museum wird in der Schirn gezeigt. Dessen Ausstellungswert habe Besucher Georg Knuppe, der sich den Gewinn mit seiner Frau Ulrike teilte, als irritierend, aber spannend empfunden: „Wird im Museum jetzt gezeigt, was es einmal gab, die Demokratie nämlich?“ Glücklicherweise glauben die beiden selbst nicht daran. Unlängst haben sie sich am Frankfurter Ostermarsch beteiligt.

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