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Schauspiel-Intendant Oliver Reese Reeses Gehalt wächst kräftig

Trotz der städtischen Sparpolitik soll Frankfurts Schauspiel-Intendant deutlich mehr verdienen. Der Vertrag von Oliver Reese wurde erst kürzlich bis 2019 verlängert. Bis dahin wird er ein dickes Plus von 40.000 Euro auf dem Konto haben. SPD und Linke halten dagegen. Reese verteidigt seinen Vertrag.

Schauspiel-Intendant Oliver Reese bleibt in Frankfurt und verdient künftig deutlich mehr. Foto: dpa

Trotz der städtischen Sparpolitik soll Frankfurts Schauspiel-Intendant deutlich mehr verdienen. Der Vertrag von Oliver Reese wurde erst kürzlich bis 2019 verlängert. Bis dahin wird er ein dickes Plus von 40.000 Euro auf dem Konto haben. SPD und Linke halten dagegen. Reese verteidigt seinen Vertrag.

Ungeachtet der Sparzwänge bei den Städtischen Bühnen und bei der Stadt Frankfurt insgesamt soll das Gehalt von Schauspiel-Intendant Oliver Reese in den nächsten Jahren stetig anwachsen. Die Stadtregierung hatte am 15. Juni der Verlängerung von Reeses Vertrag bis zum Jahre 2019 zugestimmt.

Nach dem vertraulichen Beschluss des Magistrats, der der FR vorliegt, beträgt die Jahresvergütung des 47-Jährigen derzeit noch 200.000 Euro. In den Spielzeiten 2014/2015 und 2015/2016 soll sie auf 220.000 Euro im Jahr angehoben werden. In der Saison 2016/2017 steigt sie auf 230.000 Euro und beträgt dann in den Spielzeiten 2017/2018 und 2018/2019 jeweils 240.000 Euro.

Zusätzlich erlaubt die Kommune dem Intendanten, in Zukunft jährlich selbst zwei Inszenierungen am Schauspiel zu übernehmen. Bisher war es nur eine. Pro Inszenierung bekam Reese bisher 17.000 Euro zusätzlich.

Künftig beträgt der Aufschlag für Regiearbeit am Schauspiel selbst 25.000 Euro, bei anderen Spielstätten (wie etwa dem Bockenheimer Depot) bleibt es bei 17.000 Euro.

Zum Vergleich: Das Frankfurter Stadtoberhaupt verdient im Jahr rund 90.000 Euro. SPD und Linke votierten in der Sitzung des Magistrats gegen die höheren Bezüge Reeses. „Wir halten eine Gehaltsanhebung in diesem Ausmaß für völlig unangemessen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Oesterling. Angesichts der allgemeinen Sparzwänge in der Stadt sei es „unsensibel“, beim Schauspiel-Intendanten einen anderen Kurs einzuschlagen.

„In Zeiten des Sparens ist diese Gehaltserhöhung vollkommen abstrus“, so der finanzpolitische Sprecher der Linken, Lothar Reininger. „Man gibt denen, denen schon viel gehört, noch mehr.“ Wenige Tage vor dem Beschluss des Magistrats hatte die Stadt einschneidende Sparmaßnahmen bei den Bühnen angekündigt. Von den Millionen-Mehrkosten durch den Tarifabschluss im öffentlichen Dienst sollen Oper und Schauspiel 30 Prozent erwirtschaften. Allein in der Spielzeit 2013/2014 müssen beide Häuser ihre Ausgaben um 1,13 Millionen Euro senken.

Oliver Reese rechtfertigte im Gespräch mit der FR seinen Vertrag. Vonseiten der Politik seien die Bühnen in den zurückliegenden Wochen vornehmlich als Problem gesehen worden. „Wir sind kein Problem, sondern wir schreiben gerade die größte Erfolgsgeschichte seit Jahrzehnten“, sagte der Intendant.

Seinen Vertrag habe er vor Monaten verhandelt, als vom Tarifabschluss im öffentlichen Dienst noch nicht die Rede gewesen sei. Er binde sich jetzt insgesamt für zehn Jahre an Frankfurt, fügte der Regisseur hinzu. Gemessen daran stelle sein Kontrakt „nichts Luxuriöses“ dar. Reese verwies auch darauf, dass er in der zurückliegenden Saison zwei Inszenierungen ohne jede Vergütung übernommen habe: „Die Frau, die gegen Türen rannte“ von Roddy Doyle und „Bacon Talks“ über den irischen Künstler Francis Bacon, das im Städel gezeigt wurde. Die Gagen für eigene Inszenierungen bewegten sich absolut im Rahmen des Üblichen.

Reese legte Wert darauf, dass sein Intendantengehalt und das Geld für die Städtischen Bühnen nicht zulasten der Zuschüsse der Kommune für die freie Theaterszene gingen. „Dieser Vergleich geht fehl, hier werden Äpfel mit Birnen verglichen.“

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