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Schauspiel Frankfurt Rollstuhlplatz in der letzten Reihe

Eine Rollstuhlfahrerin beklagt sich über Mängel bei der Barrierefreiheit im Schauspiel Frankfurt.

Behinderte in Frankfurt
Im Schauspiel gibt es zu wenige Plätze für Schwerbehinderte, rügen Betroffene. Foto: peter-juelich.com

Claudia H. sitzt im Rollstuhl und schaut sich regelmäßig Theater im Schauspiel Frankfurt an. Wenn sie Karten bekommt. Das Schauspiel habe jeweils einen Platz rechts und links in Reihe 21 für Schwerbehinderte - plus einen Platz für die Begleitung, sagt sie. Die Plätze seien schnell ausverkauft. Diese Plätze seien auch nicht in der ersten Reihe – wie in der Oper Frankfurt –, sondern ganz hinten im großen Haus.

Claudia H. stört sich daran, dass sie kein Schauspiel-Abo abschließen kann. Als sie es versucht habe, teilte ihr das Schauspiel mit, diese Plätze dürften nicht dauerbelegt sein. „Die Regelung wollen wir in dieser Spielzeit beibehalten, damit alle Menschen mit Behindertenausweis eine Chance haben, im Vorverkauf an Karten zu kommen“, sagte Schauspiel-Sprecherin Sandra Strahonja auf Nachfrage.

Aus Sicht von Claudia H. gibt es noch andere Hürden für einen angenehmen Theaterbesuch: Am Schauspiel-Haus gebe es keinen Parkplatz für Schwerbehinderte, sondern nur im Parkhaus. Die Fahrt mit dem Aufzug beschreibt sie als „abenteuerlich“, weil der so ruckele. Der Platz in der Behindertentoilette im Theater sei „äußerst beschränkt“. Sie kommt zu dem Schluss: Das ganze Haus sei „schlicht katastrophal“ für Menschen im Rollstuhl. Claudia H. wünscht sich, dass das Schauspiel, vielleicht im Zuge von Sanierung oder Neubau mehr für Menschen mit Schwerbehinderung tut.

Wenn das Theater saniert oder neu gebaut werde, werde die Barrierefreiheit mit Sicherheit bedacht, sagte die Schauspiel-Sprecherin. Schließlich gebe es heutzutage ganz andere Auflagen als früher.

Schauspiel will Abo-Regelung evaluieren

Sie korrigierte auch die Zahl der Plätze für Behinderte: Insgesamt gebe es im großen Haus drei Plätze für Rollstuhlfahrer, links und rechts in Reihe 21 sowie einen Platz in Reihe 10. Das sei baulich bedingt. Für die Begleitung werde jeweils der Platz nebendran freigehalten.

Dass mehr als drei Rollstuhlfahrer pro Abend ins große Haus gingen, sei ohnehin „nicht die Regel“. In den Kammerspielen gebe es zwei Plätze für Rollstuhlfahrer neben Reihe 9, in der Box und im Bockenheimer Depot würden auf Nachfrage Plätze zugewiesen.

Was die Abos für Schwerbehinderte angehe, werde das Schauspiel die Regelung, die in der jetzigen Spielzeit begonnen habe, evaluieren.

Claudia H. hat schon wieder Karten fürs Schauspiel gekauft, für das Shakespeare-Stück „Richard III“. „Wir haben Karten in der zehnten Reihe. Endlich mal gute Plätze!“

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