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Schaupielschule in Frankfurt Traum von Schauspiel-Karriere

Die Peter-Ustinov-Stiftung und das English Theatre haben jetzt gemeinsam eine Theaterschule für Nachwuchstalente eröffnet. Eine Gruppe internationaler Künstler bietet bereits seit 2010 Theaterkurse in Frankfurt an.

Einmal den Hamlet spielen. (Symbolbild) Foto: Imago

Tosender Beifall, in unterschiedliche Rollen schlüpfen und irgendwann berühmt sein. Der Traum vieler junger Menschen. Auch Antonia Waßmund aus Bad Homburg möchte Schauspielerin werden. „Seit ich klein bin, wollte ich auf der Bühne stehen.“ Ihrem Wunsch ist die 17-Jährige nun ein Stück näher gekommen. Seit 1. Februar besucht sie die Ustinov Theatre School. Die neue Jugendtheaterschule ist ein Projekt des English Theatre Frankfurt (ETF) und der Peter Ustinov Stiftung.

Neun Jugendliche haben sich bei einem Casting qualifiziert. Acht Mädchen und ein Junge zwischen 14 und 18 Jahren erhalten nun eine berufsvorbereitende Grundausbildung für das Schauspielfach. „Ich habe mich mega gefreut, dass ich genommen wurde“, sagt Waßmund. Sie hätte nicht damit gerechnet, schließlich sei Englisch nicht ihre Muttersprache, wie bei vielen Mitbewerbern. Denn auf Englisch wird geprobt und aufgeführt. „Ich habe einfach versucht authentisch zu sein.“ Das hat geklappt.

„Wir haben bei der Auswahl auf Kreativität und Improvisation geachtet“, sagt ETF-Choreographin Gabrielle Staiger. Außerdem wie jemand seine Emotionen nach außen transportieren kann. Texte sollten nicht nur gesprochen, sondern auch ausgedrückt werden. Mit dem Körper umgehen, aber auch Offenheit ist wichtig.

„Unser Haus stellt die Räume, die Ausstattung und das Know-how zur Verfügung“, sagt ETF-Direktor Daniel Nicolai. Er freue sich auf die junge Generation. So könne man jungen Menschen die Möglichkeit einer Theaterausbildung geben. „Doch wir wollen sie nicht zu Stars machen.“ Falls sie sich entschließen, doch lieber Arzt zu werden, sei das auch in Ordnung.

„Die Förderung von jungen kreatives Talenten ist eine absolute Herzensangelegenheit der gesamten Ustinov-Familie“, sagt Stiftungs-Vorstand Andreas Schwarzhaupt. Sir Peter Ustinov, Schauspieler, Regisseur und Entertainer gründete 1999 gemeinsam mit seinem Sohn die Stiftung, die ebenso Kinderhilfsprojekte und Schulen unterstützt. Die Schule wird die jungen Menschen in drei Kategorien unterrichten: Körper, Stimme und Sprache. „Sie lernen mit ihrem Körper zu arbeiten“, sagt Staiger. Es geht um Bewegungsimprovisation und Tanz. Aber auch um die Stimme, weshalb sie in Gesang und in der Sprache geschult werden. Zudem gibt es Rollenarbeit, szenische Improvisation, aber auch Theatergeschichte.

Einen kleinen Eindruck, wie eine Unterrichtsstunde aussieht, bekommt die Presse am Donnerstag. Nachdem die Schülerinnen ein kurzes Aufwärmtraining absolvierten, zeigen sie schon einmal was sie in ihrer ersten Stunde gelernt haben oder einfach im Blut haben. Theaterlehrer Michael Gonszar wirft den Schülerinnen einen Mini-Dialog zu, den sie performen sollen. Mit Ausdruck, Körpersprache und allem was dazu gehört. Die jungen Talente überzeugen schon jetzt.

Die schulzeitbegleitende Ausbildung an der Ustinov Theatre School dauert maximal drei Jahre. Vor allem Jugendliche, die sich eine professionelle Ausbildung nicht leisten können, sollen gefördert werden. Doch habe man bei der jetzigen Auswahl nicht streng darauf geachtet, welchen Hintergrund die Teilnehmer haben, sagt Gonszar. Zweimal in der Woche verschreiben sie sich abends dem Theater, plus einen Samstag im Monat.

Doch nicht nur Frankfurter nehmen teil. Einige der jungen Talente reisen sogar aus Limburg oder Bingen an. Über eine Fahrtkostenpauschale will die Stiftung und das Theater noch nachdenken. Die Schauspielschüler proben für „Alice in Wonderland“ und bekommen so von Anfang an Bühnenerfahrung.

Als Bewerbung mussten die Schauspielschulenanwärter ein kleines Video von sich schicken. Janika Merz spielte eine Szene aus ihrem Lieblingsmärchen Schneewittchen. „Sich vorzustellen und zu spielen war erst etwas befremdlich“, gibt die Frankfurterin zu, die mit 18 die älteste im Ensemble ist. Bei dem Casting sei sie sehr nervös gewesen. Denn die Konkurrenz war groß. Umso mehr freut sich nun auf die gemeinsame Arbeit. Durch die Schule möchte sie herausfinden, ob ihr die Schauspielerei liegt. Schließlich ist es eine große Entscheidung sich beruflich dafür zu entscheiden.

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