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Schädlinge in Frankfurt Prozessionsspinner unerwünscht

Die Stadt Frankfurt gibt dem Eichenprozessionsspinner Saures aus der Luft. Die Raupen zerstören Bäume und lösen bei Menschen Allergien aus.

Schädlinge in Frankfurt
Die Raupen des Prozessionsspinners sind wieder in Frankfurt unterwegs – und manchmal werden arglose Spaziergänger sogar gewarnt. Foto: peter-juelich.com

In der ersten Maiwoche nimmt das Grünflächenamt wieder den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner auf, eine Raupenart. Bei günstiger Witterung wird der Hubschrauber eines Spezialunternehmens in die Luft gehen und 191 Hektar Stadtwald überfliegen: Im Fechenheimer Wald, im Riederwald, in Oberrad, Sachsenhausen und Niederrad sprüht der Helikopter das Mittel Dipel ES auf die Eichenkronen. Sollte es länger regnen, wird der Einsatz verschoben.

Zur Sicherheit sperrt das Amt die Flächen kurzzeitig ab, damit Passanten nicht mit dem Sprühnebel in Berührung kommen. Der Kontakt sei ungefährlich, versichern die Planer, aber „der Eindruck eines niedrig fliegenden Hubschraubers“ werde „meist als unangenehm empfunden“. Außerdem könne das Spritzmittel braune Klebespuren hinterlassen.

Der Eichenprozessionsspinner, eigentlich ein gar nicht so hässlicher Falter, hat im Raupenstadium die unangenehme Eigenschaft, mit seinen Brennhaaren um sich zu werfen. Die lösen Allergien aus: auf der Haut und besonders, wenn man sie einatmet. Weil sich das Tierchen wegen des Klimawandels immer mehr auch bei uns ausbreitet, kriegt es seit einigen Jahren aus der Luft Saures.

Bester Zeitpunkt, so das Grünflächenamt, ist das dritte Larvenstadium. Dann eine Portion des Bio-Präparats Dipel ES mit seinem Bazillus thuringiensis, erprobt auch in der großflächigen Schnakenbekämpfung, und es hat sich ausgesponnen. Schäden für Menschen und wohlgelittene Tiere sowie den Rest der Natur seien nicht bekannt.

Weil die Blätter der Frankfurter Eichen jetzt wachsen, sehen die Fachleute den richtigen Zeitpunkt für die Vorbeugespritzung gekommen. Ort des Geschehens ist der Stadtwald, weil dort viele Menschen unterwegs sind, etwa in den Waldspielparks Carl-von-Weinberg, Heinrich-Kraft, Tannenwald, Scheerwald, Goetheturm, auf den Waldfriedhöfen Goldstein und Oberrad, rund um das Stadtwaldhaus.

Eingenebelt werden auch etwa 5000 Eichen an Straßen, in Grünanlagen, auf Spielplätzen, Friedhöfen, Schulhöfen und Kita-Gärten. Kosten: etwa 200 000 Euro.

So können Sie helfen

Bürger können mithelfen: Wer im Stadtgebiet Raupennester findet, erfährt beim Umwelttelefon (069/212-39100) mehr über die Beseitigung, etwa die Adressen von Fachfirmen, falls das Nest auf Privatgrund ist. Auf keinen Fall sollen Nester selbst beseitigt werden; Kontakt mit den Raupen oder den Nestern sei strikt zu vermeiden.

Beim Grünflächenamt (Hotline 069/212-30991) gibt es ein Flugblatt zum Eichenprozessionsspinner.

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