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Sanierung Flaggschiff Rebstock fällt weg

Das Rebstockbad soll abgerissen und neu gebaut werden. In den Frankfurter Bädern könnte es dann ab 2020 noch voller werden.

Rebstockbad in Frankfurt
Das Piratenschiff im Rebstockbad wird vor allem den jüngeren Badegästen fehlen. Foto: Rolf Oeser

Passionierte Saunagänger sind unerbittlich. Selbst an den heißesten Sommertagen schwitzten im Saunabereich des Rebstockbads Dutzende Badegäste in den Kabinen. Derzeit wird in Frankfurts größtem Hallenschwimmbad aber nicht geschwitzt. In der vergangenen Woche hatte es nach einem technischen Defekt einen Brand gegeben, der große Saunabereich ist seitdem geschlossen. „Wir hoffen, in der kommenden Woche wieder aufmachen zu können“, sagte der Chef der Frankfurter Bäderbetriebe (BFF), Frank Müller am Dienstag. Der Vorfall ist ein weiterer Beleg dafür, wie sehr das 1982 eröffnete Schwimmbad in die Jahre gekommen ist. Der Schaltkasten, in dem das Feuer ausbrach, ist aus dem Jahr 2003.

Doch die Stadt ist sich längst darüber einig, dass das Rebstockbad abgerissen und neu gebaut werden soll. Geschätzte Baukosten: 86 Millionen Euro. Die entsprechende Vorlage des Magistrats hatte das Stadtparlament Ende August abgesegnet. Sieben unterschiedliche Varianten waren diskutiert worden, von einem Abriss und dem Verkauf des Grundstücks bis hin zu einem pompösen Neubau mit Hotel und Gesundheitszentrum. Letztlich entschied sich die Stadt für Variante 3a: Abriss und zeitgemäßer Neubau an gleicher Stelle. Zeitgemäß heißt vor allem, gezielter auf die Bedürfnisse der unterschiedlichen Nutzergruppen einzugehen. Die Mischung aus Spaßbad, Wellness und Vereinsschwimmen soll besser gelingen als in dem großen, kathedralenartigen Bau aus den 80ern. 

Neues Bad soll 2022 fertig sein 

In dem Magistratsbeschluss, der ansonsten noch keine genaue Ausgestaltung des neuen Schwimmbads vorsieht, ist auch von einer „Anpassung der Eintrittspreise“ die Rede. Ängste, wonach die derzeit recht günstigen Eintrittspreise nach der Wiedereröffnung passé sein könnten, versucht BFF-Chef Müller zu zerstreuen: „Das neue Schwimmbad kann ganz bedarfsgerecht genutzt werden, und dafür wird es auch differenzierte Eintrittspreise geben.“ Doch noch ist das Zukunftsmusik. Das neue Bad soll etwa 2022 fertig sein, geplanter Baubeginn ist 2020. Der genaue Zeitplan soll Mitte September in einer ganztägigen Klausur mit Experten erarbeitet werden.

Für ein anderes Problem haben die Bäderbetriebe schon eine Lösung gefunden: die Frage, wie der rund dreijährige Aderlass der ohnehin schon knappen Schwimmflächen in Frankfurt kompensiert werden soll. Der Aufsichtsrat hat am Montagabend einen Plan erarbeitet, der, wie bereits bekannt, eine Überdachung des Hausener Freibads im Winter vorsieht. Wie genau die Lösung aussehen soll, wollte das Sportdezernat der Stadt am Dienstag noch nicht verraten und zu einem späteren Zeitpunkt mitteilen. 

Turmspringer verlieren Trainingsmöglichkeit 

Das Rebstockbad wird von mehreren Schulen und Schwimmvereinen genutzt. Am härtesten trifft die Schließung des Bades die Turmspringer des Höchster Schwimmvereins. Sie werden in Frankfurt nur noch vom Drei-Meter-Brett springen können. Bislang gibt es im Winter wenigstens den Sieben-Meter-Turm im Rebstockbad. Für Sprünge vom Zehner müssen sie im Winter nach Köln fahren.

Für die elf Vereine, die das Rebstockbad derzeit unter der Woche nutzen, sei ein überdachtes Hausener Freibad „absolut ausreichend“, sagt Michael Ulmer, der Sportdirektor der Schwimmgemeinschaft Frankfurt. Das gelte zumindest für den Winter. „Eine Problematik sehe ich eher im Sommer, wenn die Badegäste ihr Freibad zurückhaben wollen“, so Ulmer, der vorschlägt, die Schwimmzeiten der Vereine auf alle Freibäder zu verteilen.

Schon jetzt bleiben einige Freibäder, wie etwa das Riedbad in Bergen-Enkheim, abends den den Vereinen vorbehalten.

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