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Sachsenhausen Das kleinste "Off-Broadway-Theater"

Alexander Beck erfüllt sich mit dem neuen Spielort Alte Brücke einen Lebenstraum. Der Schauspieler und Regisseur will auf seiner Bühne unterschiedlichen Künstlern Raum geben.

Alexander Beck hat lange nach geeigneten Räumen gesucht. Foto: Andreas Arnold

Das Brückenviertel in Sachsenhausen hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Szeneviertel gewandelt: Modische Boutiquen, ein Tätowiergeschäft und ein Comicladen und der Markt im Hof haben sich dort angesiedelt. Eines aber hat bislang gefehlt: ein Ort für die Darstellenden Künste. Ab April soll sich das ändern: Dann eröffnet Alexander Becks Theater Alte Brücke in der Kleinen Brückenstraße 5.

Das Theater soll „Sachsenhausens neues Wohnzimmer werden“, sagt Alexander Beck. Der 41-jährige Schauspieler und Regisseur erfüllt sich mit dem „kleinen Theaterchen“, wie er es nennt, einen Lebenstraum. Jahrelang suchte er nach einem geeigneten Ort in Sachsenhausen; Ende vergangenen Jahres fand er ihn im Brückenviertel.

50 Plätze und eine kleine Bar wird sein Theater haben. Beck, der fast alles in Eigenregie plante – von der Gestaltung der Homepage bis zu den Fließen im WC – und seinen Lebenstraum komplett selbst finanzierte, will auf seiner Bühne unterschiedlichen Künstlern Raum geben: Sowohl Volkstheater in Mundart wird es geben, als auch „bewährte Komödien und Klassiker“, wie er erklärt. Zudem werde es eine „offene Bühne“ für jedermann und einen Kurzfilmtag geben. Außerdem plant Beck Sachsenhausens „erste Spontanlesung“: Zu der könne jeder einen Text mitbringen, den Beck und seine Schauspielkollegen dann vorlesen. Die große Leidenschaft des Theatermachers aber sind moderne amerikanische Autoren. Kleine „Boulevardkomödien, schöne Geschichten, die das Leben schrieb“, werde er aufführen, sagt Beck. Im Brückenviertel stehe bald das „kleinste Off-Broadway-Theater der Welt“.

Einmal im Jahr fliegt er für eine Woche nach New York, schaut sich jeden Abend ein Theaterstück an und kommt mit viel neuem Stoff im Gepäck zurück nach Frankfurt. Vieles davon übersetzt er selbst, um es dann auf die Sachsenhäuser Bühne zu bringen. „Amerikanische Dramatiker sind einfach mein Ding“, sagt Beck.

Bislang sei sein Theater-Vorhaben nur auf offene Ohren gestoßen. Er habe viel positives Feedback erhalten – sowohl von Nachbarn aus dem Viertel, als auch von Theater-Kollegen, sagt Beck. Der 41-Jährige ist kein Unbekannter in der Frankfurter Theaterszene: Er ist Gründungsmitglied der Fliegenden Volksbühne sowie Ensemblemitglied bei Barock am Main und beim Deutschen Äppelwoi Theater.

Bis zur Eröffnung von Sachsenhausens neuem Wohnzimmer ist aber noch viel zu tun: Die Wände sind noch untapeziert, der Putz muss noch trocknen. Das Podium für die hinteren Sitzreihen steht aber schon fast. Bald sollen Weinrot und Gold den Raum dominieren und für eine „gemütliche Atmosphäre sorgen“, sagt Beck. Noch sucht der Theatermacher auch nach Sponsoren, die sein Theater unterstützen wollen. Aber auch ohne Zutun ist Beck zuversichtlich, dass sein Lebenstraum vom Theater nicht scheitern wird. Dazu passe es einfach zu gut in das Brückenviertel.

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