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Rotlintstraßenfest Frankfurt Spaß beim Rotlintstraßenfest

Zum 32. Mal kommt die erweiterte Nachbarschaft beim Rotlintstraßenfest zusammen. Es gibt internationale Küche und einen Flohmarkt mit einer originellen Warenpalette.

Mit Kind, Kegel und Luftballons wird gefeiert. Foto: Michael Schick

Seinem Ruf, das etwas andere Frankfurter Straßenfest zu sein, wird das Rotlintstraßenfest auch im 32. Jahr noch gerecht – obwohl vieles von dem, was hier einmal einzigartig war, mittlerweile zum Standardrepertoire vieler Feste geworden ist.

Internationale Küche zum Beispiel – an diesem Samstag vertreten durch viele Stände, an denen es zum Beispiel scharf gewürzte Hähnchenschenkel und „afrikanische Donuts“ gibt. „Als wir angefangen haben in den 80ern, da waren wir die Ersten, bei denen es so was gab“, erinnert sich Jörg Harraschain, Stadtteilhistoriker und von Beginn an Mitinitiator des von den Grünen organisierten Fests.

Auch die vielen Flohmarktler unter den 150 Ständen des Festes sind seit dem Vintagetrend kein Alleinstellungsmerkmal mehr. Wobei an diesem Nachmittag eine originelle Warenpalette angeboten wird: vom riesigen rosa Prinzessinenschloss von Playmobil über Pelzmäntel bis hin zu halben Inneneinrichtungen im 70er-Jahre-Stil. „In Zukunft müssen wir aber aufpassen, dass wir nicht ein einziger großer Flohmarkt werden“, findet Harraschain. „Früher war das Fest viel politischer.“

Doch unpolitisch wirkt das Fest keineswegs. Initiativen werben gegen TTIP, für freie Software, gegen steigende Mieten und den geplanten A66-Tunnel, die IG Metall ist vertreten – und Greenpeace natürlich auch.

Der Erlös der Tombola geht in diesem Jahr an den Frankfurter Arbeitskreis Trauma und Exil (Fatra). Der Verein berät seit 1994 Geflüchtete, bietet therapeutische Behandlungen an – im vergangenen Jahr für fast 80 Menschen – und bereitet Asylbewerber auf die psychisch belastenden Interviews während des Asylverfahrens vor. Die Kosten werden nur in den seltensten Fällen übernommen, der kleine Verein ist also auf Spenden angewiesen: „Deswegen haben wir uns sehr gefreut, als die Organisatoren des Rotlintstraßenfests auf uns zugekommen sind“, sagt Mitarbeiterin Sabine Lübben.

Richtig schön

Fatra hat seinen Sitz in der Berger Straße. Beim Rotlintstraßenfest ist es Tradition, dass alle, die etwas beitragen, aus der erweiterten Nachbarschaft im Nordend oder in Bornheim kommen – auch beim Bühnenprogramm. Der Taekwondo-Verein Frauen in Bewegung ist dabei, das Mädchenhaus Mafalda und die Sängerin Leyla Trebbien mit ihrer Band. Die Organisatoren wollen lokale Kultur fördern und die Nachbarschaft stärken.

Ein kleiner Teil dieser Nachbarschaft hat es sich am Nachmittag mit Kaffee und Kuchen, Esstisch und Gedeck auf dem Bürgersteig vor ihrem Haus bequem gemacht – zwischen Ständen und plaudernden Besuchern. Selbst ein heftiger Regenguss bringt die Gruppe kaum aus der Ruhe, kurzerhand zieht sie mit ihrem mobilen Esszimmer unters Dach ihrer Einfahrt um. Auch die anderen Festbesucher bleiben entspannt, gesellen sich kurzerhand zur nächstbesten Gruppe mit Pavillon und schließen neue Bekanntschaften.

Unter dem schützenden Dach der Grünen trifft man auf die Studenten Tami und Mark. Sie sind zum ersten Mal auf dem Rotlintstraßenfest und fühlen sich wohl. „Sonst gehe ich eigentlich gar nicht mehr auf Straßenfeste“, sagt Mark. „Die sind meistens einfach nur voll und laut, und alle betrinken sich. Aber hier sind alle viel entspannter, richtig schön.“

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