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Roncalli in Frankfurt Zirkus schlägt Zelte in Frankfurt auf

Zirkus Roncalli ist angekommen - wenn auch mit kleiner Verspätung und ohne das gesamte Gepäck. Roncalli reist auf historischen Schienenwagen und nimmt dafür kleine Pannen in Kauf.

Die Wagen gehören zur Roncalli-Tradition. Um sie zu verladen braucht man eine spezielle Güterrampe. Foto: Andreas Arnold

Die Sachen waren gepackt, alles war reisefertig. Da schrillte bei Patrick Philadelphia am Montagabend das Telefon. Neun der Loren, auf denen der Zirkus Roncalli sein Material von Braunschweig zum Gastspiel am Main transportieren wollte, waren beschädigt. Kurzerhand mussten der Betriebsleiter und seine Männer umpacken. Die für den Zeltaufbau am Ratsweg wichtigen Utensilien wurden auf die Reise geschickt. Philadelphias eigener Wohnwagen aber und auch der mit den Toiletten blieben erst mal zurück, um später hinterhergefahren zu werden. „Ich bin sozusagen obdachlos“, sagt der Zirkusmann mit einem Schmunzeln.

Seit 1996 ist der Sohn eines Pferdedompteurs mit Roncalli unterwegs. Ob in der Manege oder an Reise- und Aufbautagen ? der Sprechstallmeister hält als Regisseur stets die Fäden in der Hand. Eine Panne wie die vor der Abreise nach Frankfurt bringt ihn nicht aus dem Gleichgewicht. Zumal der 700 Meter lange Sonderzug zwar mit Verspätung, aber auch mit genügend Zeitpuffer auf die Schienen und durch die Nacht geschickt worden war. Erst für den frühen Dienstagnachmittag war das Abladen an der Hanauer Landstraße geplant.

Pendeln mit der Bahn

Die dafür nötige Rampe, auf der herab Traktoren die historischen Wagen zu den Zugmaschinen brachten, die für den Weitertransport zum Ratsweg sorgten, hatten die Zirkusleute allerdings selbst mitbringen müssen. Als vermutlich einzig verbliebener Zirkus Europas, der noch die Bahn zum Pendeln zwischen den Gastspielorten nutzt, hat Roncalli das mobile Teil vor Jahren angeschafft, um überall möglichst nah an dem jeweiligen Zeltplatz ankommen zu können.

„Wir haben noch viele alte Wagen“, erklärt Philadelphia dieses Festhalten an Traditionen, das typisch ist für das Roncalli-Konzept. Das Unternehmen lässt sich das pro Reise je nach Streckenlänge etwa 50.000 Euro kosten. 30 hauseigene und 20 externe Mitarbeiter sorgen dafür, dass pünktlich zur Premiere immer alles bereit ist.

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