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Romantik-Museum Kulturensemble rund ums Goethehaus

"Ein wunderbares Zusammenspiel von Theater und Museum" - so stellt sich Frankfurts Kulturdezernent den neuen Komplex am Großen Hirschgraben vor. Drei Entwürfe sind jetzt in der engeren Wahl.

Der Entwurf von Staab Architekten ist einer der drei preisgekrönten. Foto: Andreas Arnold

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Aus dem Goethe-Haus werden die „Goethehöfe“: Der Wettbewerb um die Erweiterung der Goethestätte im Großen Hirschgraben um ein Deutsches Romantik-Museum ist abgeschlossen. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) hatte bei der Vorstellung am Donnerstag Gelegenheit, „den ausgeprägten Stiftersinn“ in der Stadt zu preisen; die Spendenaktion für den Bau hat 6,2 Millionen Euro erbracht.

Ganz entschieden ist die Auswahl aber noch nicht; den Preisträgern Michael Landes, Christoph Mäckler (beide Frankfurt) sowie Staab Architekten (Berlin) wurde vom Preisgericht gleichermaßen nur der zweite Rang zuerkannt. Die drei Entwerfer bekommen jetzt zwei Monate Zeit, ihre Pläne zu überarbeiten.

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Die Entwürfe unterscheiden sich vor allem durch die Verteilung der Baumassen auf dem nur 2500 Quadratmeter großen Areal, das durch den Auszug des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels frei geworden ist. Nur Michael Landes will bei der Erweiterung die beiden schmalen Gärtchen hinter dem Goethehaus unberührt und sichtbar lassen. Mäckler würde einen Gebäudetrakt davor hochziehen, Staab schlägt vor, die Grünanlage zu überbauen.

Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) käme das zur Realisierung eines Museums der Romantik widersinnig vor: „Das Rosengärtchen gibt dem Platz doch die romantische Anmutung.“ Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne) sah den Entwurf von Landes gar „um Längen vorn“. Auch ihm war es bei der Präsentation der Ergebnisse im Goethehaus wichtig, „die Hofsituation zu erhalten“.

Auch Raum zum Wohnen

Zu jenem Innenhof öffnet sich auch der Cantatesaal, dessen Zukunft beim Auszug des Frankfurter Volkstheaters im Mai 2013 auf der Kippe stand. Im Wettbewerb war es Vorgabe, den alten Saal der Buchhändler zu sichern; inzwischen sieht das Denkmalamt die Spielstätte sogar als denkmalwürdig an.

Damit kann laut Semmelroth „ein Kulturensemble für Deutschland“ rund um Goethes Geburtshaus entstehen – „ein wunderbares Zusammenspiel von Museum und Theater“. Umgeben von 3000 Quadratmetern Raum zum Wohnen, den die Architekten entweder um den Hof gruppieren oder am Großen Hirschgraben anordnen wollen. Architekt Ferdinand Heide, Vorsitzender des Preisgerichts, erwähnte „die riesige städtebauliche Chance“.

Nachdem das zerstörte Goethehaus bis 1951 rekonstruiert worden war, hat man es immer mehr eingeklemmt in Verkehrs-Zweckbauten: südlich der Theatertunnel, westlich das Parkhaus des „Frankfurter Hof“. An dieser Lage ändert sich nichts. Geändert wird die Erschließung des auch in sich verschachtelten Ensembles der Goethestätte. Architekt Landes will den Gast künftig vom Hirschgraben durch den historischen „Brunnenhof“ in ein Foyer und in alle Abteilungen führen.

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So sehr der Wunsch besteht, dem neuen Museum zur Gasse hin ein eigenes Gesicht zu geben – die vorgestellten Entwürfe der fensterlosen Fassaden aller drei Preisträger wirken abweisend und streng. Mäckler hat zur Auflockerung eine gläserne „Nase“ reingezeichnet, Landes einige flache Erker entworfen, die von der Seite Licht bringen würden. Doch diese Fassaden umzugestalten, hieß es von Cunitz am Rande, „das ist das Leichteste“.

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