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Roma in Frankfurt „Wir brauchen Räume“

Das preisgekrönte Projekt des Fördervereins Roma demonstriert in Frankfurt für mehr Unterstützung bei der Suche nach einem neuem Domizil.

13.07.2016 18:48
Amelie Gätjen
Der Förderverein Roma demonstriert vor dem Römer für neue Römer. Foto: peter-juelich.com

Der Förderverein Roma sucht händeringend neue Räume und ist dafür am Mittwoch auf die Straße gegangen. „Wir brauchen Räume“, skandieren die Demonstranten und unterstützen ihre Forderungen auf dem Römerberg mit Plakaten und Trillerpfeifen. Der Anlass: Der Mietvertrag für die Räume in der Kaiserstraße läuft Ende September aus und neue Räume stehen noch nicht zur Verfügung.

Für Anfang 2017 hat die Stadt Frankfurt dem Förderverein ein Haus in der Moselstraße versprochen, wo genug Platz für Sozialberatung, Jugendberufs- und Erwachsenenbildung sein soll, sagt Geschäftsführer Joachim Brenner bei der Kundgebung. Das Problem sind also die nächsten Monate, für die noch nicht sichergestellt ist, dass die EU-Programme fortgeführt werden können. Brenner appelliert an die Stadt, sich der Sache anzunehmen, sowie an alle Unterstützer, die Entwicklungen genau zu verfolgen. „Das ist sehr, sehr wichtig“, sagt der Geschäftsführer.

Neben Brenner kommen auch noch andere Beteiligte zu Wort. Eine Sozialberaterin berichtet, dass allein im vergangenen Jahr 500 Familien von dem Förderverein unterstützt wurden. Viele von ihnen hätten sich in größter sozialer Notlage befunden. Auch die Programme zur Erwachsenenbildung werden in den Mittelpunkt gerückt. „Mama will Deutsch lernen, aber wo?“, steht auf einigen Plakaten.

Brenner erklärt sich den Misserfolg bei der Suche nach Räumen dadurch, „dass wir Förderverein Roma heißen“. Auch das ausgeteilte Infoblatt weist auf „das gesellschaftliche Ressentiment“ hin. Sie würden nun seit mehr als einem Jahr suchen, und trotz der vielen leerstehenden Gewerbeflächen und des Einsatzes mehrerer Makler würde man nicht fündig.

Der Förderverein Roma setzt sich seit 25 Jahren für die Rechte und Integration von Roma in Frankfurt ein. Viele Familien befinden sich in sozialen Notlagen und sind auf die Beratungsmöglichkeiten des Vereins angewiesen. 2013 wurde dem Projekt der Integrationspreis der Stadt Frankfurt verliehen. Seit vier Jahren ist der Verein im Bahnhofviertel ansässig, wo kaum genug Platz ist, die von der EU subventionierten Programme umzusetzen.

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