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Römerbriefe Schenkt Bücher!

Die Grünen wollen der CDU einen schön illustrierten Band über Hausbesetzungen in Frankfurt überreichen. Und auch andere Buchpräsente sind ausgewählt.

Göpfert: Du musst tief einatmen, hörst du ...

Leppert: So ein Quatsch.

Göpfert: Du musst den Atem fließen lassen, das ist wichtig für gute Kommunikation.

Leppert: Das hört sich so an, als hätte sich das ein Gutachter ausgedacht.

Genau so ist es, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Die Römer-Koalition, die endlich mal herauswollte aus dieser ewigen Streiterei, hat sich ein Beratungsunternehmen engagiert. Sie wissen schon, diese Consulter, die einem sagen, wie es sich gut und gerne leben lässt. Das vertrauliche Gutachten ist mittlerweile fertiggestellt.

Es gibt eine Langfassung von mehr als 600 Seiten. Da sollen auch Psychogramme drin sein der einzelnen Magistratsmitglieder und ihrer Probleme. Der FR liegt die Kurzfassung vor, auch noch immerhin 80 Seiten. Und was sollen wir sagen? Die Gutachter lassen kaum ein gutes Haar an der Situation.

Die Consulter durften ja an mehreren Magistratssitzungen teilnehmen. Und sie machen wirklich praktische Vorschläge. Zum Beispiel mal den Magistratssitzungssaal vor den Treffen gut durchlüften. Damit Sauerstoff reinkommt. So was Radikales: einfach die Fenster aufmachen! Der städtische Protokollchef Voss, der ja schon lange dabei ist, konnte sich erinnern, dass 1985 mal gelüftet wurde, unter Oberbürgermeister Wallmann, der hatte ja so schräge Ideen.

Und dann wollen die Berater Obst bei den Sitzungen, wegen der Vitamine, und nicht dieses versteinerte Gebäck, das es sonst immer gibt. Sehr gut finden wir diese Idee mit den gegenseitigen Buch-Geschenken. Die Gutachter schlagen vor, dass sich die Parteien auf diese Weise mit den jeweils anderen politischen Kulturen vertraut machen.

Und das wollen die jetzt echt umsetzen. Zum Beispiel möchten die Grünen der CDU diesen gerade neu erschienenen, schön illustrierten Band über die Geschichte der Hausbesetzungen überreichen; „Das ist unser Haus“, von Barbara und Kai Sichtermann.

Die Sozialdemokraten haben für die Grünen natürlich ein Buch von Martin Schulz ausgesucht, nein, nicht seinen jüngsten, vieldiskutierten Bestseller „Was mir wichtig ist“. Sondern seine wegweisende Analyse von 2014: „Der gefesselte Riese: Europas letzte Chance.“ Für die europäische Bankenmetropole Frankfurt genau das Richtige.

Aber den Vogel abgeschossen hat ja die CDU mit ihrem Präsent für die Grünen. Das ist schon gewagt, soll eine Idee vom sicherheitspolitischen Sprecher Christoph Schmitt gewesen sein. „Der Waldgang“ von Ernst Jünger, sein Essay von 1951.

Der Waldgänger ist ein Mensch, der sich von der Gesellschaft abwendet, weil bei Wahlen keine echten Alternativen mehr erkennbar sind.

In einer solchen Gesellschaft billigt Jünger den Menschen Widerstandsaktionen zu, sie sollen „Nein“ an die Hauswände schreiben oder ein „W“ für Widerstand ... So ein hintersinniges Geschenk ist ganz typisch für die Frankfurter CDU. Wenn das mal bloß keinen neuen Streit gibt. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

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