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Römerbriefe Post aus dem Urlaub

Jan Schneider schreibt aus dem Tal der … (unleserlich). Da hapert es noch mit der Digitalisierung. Die Kolumne aus dem Römer.

Urlaub in Hessen
Frankfurter Politiker machen Urlaub und schicken nicht immer leserliche Nachrichten. (Symbolbild) Foto: Arne Dedert (dpa)

Göpfert: Hat sich schon gelohnt, dass wir unsere Post- und unsere E-Mail-Adresse auch während der Ferien offenhalten …

Leppert: Was glaubst du, haben wir so an Botschaften aus dem Urlaub bekommen?

Göpfert: Über ein Dutzend Mails und Briefe, allerdings nicht alle vollständig und manchmal rätselhaft …

Leppert: Aber du siehst: Die Politiker wollen auch in den Ferien die Verbindung zum Römer nicht völlig abreißen lassen.

 

Genau so ist es, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik. Die Mitglieder der Stadtregierung sind während der Ferien einerseits ganz weit weg, andererseits auch wieder nicht.

Und einige sind ganz schön mitteilungsbedürftig. Hier zum Beispiel diese lange Mail-Nachricht: “… im Tal der … (unleserlich) … einsam. Hier muss bei der digitalen Infrastruktur noch viel nachgerüstet werden. Habe den Stammesältesten schon Vorschläge … (unleserlich) … nur gelacht. Kultur hier ganz anders … (unleserlich) alte Schriftrollen … (bricht ab) … Schneider.“

Diese unvollständige, dennoch bewegende Nachricht zeugt vom Einsatz unseres Reform- und Baudezernenten, der sich fern der Heimat unermüdlich für Modernisierung starkmacht – und dabei auch Aufträge für die heimische Wirtschaft an Land zieht.

Ganz anders dagegen dieser etwas zerknitterte Schnellbrief, der uns via Peking postlagernd erreichte, hier nur Auszüge: „… legt sich die brave Dongfang 8 auf dem Weg nach Lhasa mächtig ins Zeug. Diese chinesischen Dieselloks sind einfach großartig und nicht kaputtzukriegen. Stehe ganz vorne, wo der Fahrtwind mir ins Gesicht weht. Aber Gegenwind bin ich aus Frankfurt ja gewohnt! Herzliche Grüße, Ihr Klaus Oesterling “.

Frankfurts Verkehrsdezernent nämlich hat sich von seiner Leidenschaft für Schienenfahrzeuge aller Art hinreißen lassen und ein Ticket für die höchstgelegene Eisenbahnstrecke der Welt gelöst – von Golmud in der chinesischen Provinz Qinghai nach Tibet, 980 Kilometer liegen dabei mehr als 4000 Meter hoch, der höchste Bahnhof Tanggula sogar 5068 Meter.

Aber der Sozialdemokrat Oesterling und der Christdemokrat Schneider: Die sind so diszipliniert, die kommen zurück. Da müssen wir uns keine Sorgen machen. Aber diese salzverkrustete Postkarte hier, kaum zu entziffern: „… fahre nur noch nach Charlestown runter, wenn unbedingt … (unleserlich) … oben vor der Hütte geht der Blick … (unleserlich) … St. Kitts rüber. Habe neuen Nachbarn seit ein paar Tagen, netter Kerl, John Cleese, ihr werdet ihn kennen. Überlege, länger zu bleiben. Liebe Grüße Rosemarie“.

Hat eine Weile gedauert, bis wir schließlich den Poststempel identifizieren konnten: Nevis, Sie wissen schon, genau: Kleine Antillen, eine der Inseln über dem Winde …

Aber noch hat Rosemarie Heilig ja Zeit, es sich zu überlegen. Der Umweltausschuss im Römer tagt erst wieder am 9. August.

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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