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Römerbriefe Musik liegt in der Luft

Wir werden jünger, dynamischer und frischer und werfen die Jukebox an. Die FR-Glosse aus dem Frankfurter Rathaus.

Römer in Frankfurt
Die Technik im Frankfurter Römer ist nicht mehr die neueste, da kann es schon vorkommen, dass Räume plötzlich beschallt werden. (Symbolbild) Foto: Rolf Oeser

Leppert: Wo ist denn unser gemeinsames Bild hin, auf dem es so aussieht, als wüchse mir ein Göpfert aus der Schulter?

Göpfert: Das ist dem neuen Layout zum Opfer gefallen.

Leppert: Oh.

Göpfert: Sieh es ein, Georg, auch die Römerbriefe müssen endlich jünger, dynamischer und frischer werden.

Unser Layout verändert sich, unsere Texteinstiege tun es nicht. Volker Stein hat ... äh, nein; manchmal, liebe Freundinnen und Freunde der Kommunalpolitik, müssen wir Ihnen auch was vorenthalten. Und weil wir jetzt jung, dynamisch und frisch sind, haben wir uns gesagt: nicht mehr so viel über Volker Stein und nicht mehr so viel aus der „Bild“ abschreiben. Was schade ist, denn dort hat der OB-Kandidat der etwas herzhafteren Sorte zum Bundeswehrskandal gesagt ... Na ja, lesen Sie es selbst nach, es hat mit Kameradschaft zu tun.

Jetzt aber wirklich etwas Junges, etwas Dynamisches, etwas Frisches. Zu den Ausschusssitzungen im Römer wird jetzt auch Musik gespielt. Echt wahr. Kürzlich im Ausschuss für Recht und Personal. Alle saßen gespannt da und warteten auf einen Vortrag über das neue Bewertungssystem für städtische Mitarbeiter. Und plötzlich: Ta-Tatatata-Taaa-Taa. So kam es aus der Mikrofonanlage. Etwas zu kurz, um den Titel zu erkennen, aber es muss wohl was aus den 70er Jahren gewesen sein. Im Planungsausschuss war die Musik übrigens auch zu hören.

Das Ganze war wohl ein Test für die Mikrofonanlage. Nur wurde die Technik im Römer zuletzt zu Rudi Arndts Zeiten erneuert. Da kann es schon mal vorkommen, dass aus Versehen ein Ausschuss beschallt wird. Baudezernent Jan Schneider (CDU) hat hervorragend reagiert. Er hat vorgeschlagen, eine App zu entwickeln, mit der sich die Dezernenten und Stadtverordneten Lieder wünschen könnten. Tja, Sie ahnen, was kommt. Hier unsere Mutmaßungen, wer sich welches Lied wünscht.

Sportdezernent Markus Frank (CDU): „In Bornheim zu Hause“ (Hymne des insolventen FSV Frankfurt).

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD): „Können wir das schaffen?“ (Intro aus Bob, der Baumeister).

Jan Schneider und Schuldezernentin Sylvia Weber (SPD): „Wir sind ein Team“ (ebenfalls aus Bob, der Baumeister).

Annette Rinn (FDP): „Boring“ von Pink (gewidmet der schwarz-rot-grünen Koalition).

OB-Kandidatin Nargess Eskandari-Grünberg (Grüne): „The Impossible Dream“ (Frank Sinatra).

Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD): „Kollaps“ von Einstürzende Neubauten (wird fortan bei jeder Diskussion über die Zukunft der Städtischen Bühnen gespielt).

OB-Kandidatin Bernadette Weyland: „Mein Baby war beim Frisör“ (Die Ärzte).

Die Fraktionschefs Michael zu Löwenstein (CDU) und Manuel Stock (Grüne): „Geile Zeit“ von Juli (für die traurigen Momente, in denen die Fremdkörper von der SPD nerven).

OB-Kandidat Volker Stein: „In The Army Now“ von Status Quo.

Nochmal Jan Schneider: „Samurai“ von Nino de Angelo (Titelsong aus der ZDF-Serie „Rivalen der Rennbahn“).

Claus-Jürgen Göpfert und Georg Leppert berichten für die Frankfurter Rundschau aus dem Römer.

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